Im Austausch mit… Dr. Ulrich Schmid

Dr. Ulrich Schmid vom mmb Institut leitet den Monitor Digitale Bildung. Im Interview erzählt er mehr über dieses von der Bertelsmann Stiftung geförderte Projekt.

Dr. Ulrich Schmid
(Foto: privat)

Dr. Ulrich Schmid vom mmb Institut – Gesellschaft für Medien- und Kompetenzforschung mbH leitet den Monitor Digitale Bildung. Im Interview erzählt er mehr über dieses von der Bertelsmann Stiftung geförderte Projekt.

Das Projekt kurz erläutert

Der Monitor Digitale Bildung will die Potenziale digitaler Technologien für die vier Segmente Schule, Ausbildung, Studium und Weiterbildung untersuchen. Dabei geht es einerseits um die Darstellung des aktuellen Status quo: Wie ist der faktische heutige Stand des digitalen Lernens in diesen Bildungsbereichen? Andererseits soll aber auch ausgelotet werden, wie digitale Technologien dazu beitragen können, die besonderen Herausforderungen dieser Bildungssysteme zu bewältigen, etwa für die Förderung Benachteiligter und die Erhöhung des Zugangs zu Bildung. Und nicht zuletzt versprechen wir uns vom Monitor auch Hinweise darauf, was – zum Beispiel mit Blick auf die Lehrkräfte – noch getan werden könnte, um sie beim alltäglichen Umgang mit diesen Technologien zu unterstützen.

Wer steht dahinter?

Der Monitor ist ein Projekt der Bertelsmann Stiftung (www.digitalisierung-bildung.de)

Wie ist das Projekt entstanden?

Die Bertelsmann Stiftung hat vor rund anderthalb Jahren einen deutlichen Schwerpunkt auf die Digitalisierungsthematik gesetzt, speziell auch im Bildungsbereich. Darauf sind wir bei mmb aufmerksam geworden. Wir konnten das Projekt dann gemeinsam konzipieren und haben – nachdem eine Machbarkeitsstudie durchgeführt wurde – im Frühjahr 2015 die Studie gestartet.

Was sind die Ziele?

Der Monitor will erstmals eine repräsentative Datenbasis zum Stand der Digitalisierung im bundesdeutschen Bildungssystem zur Verfügung stellen, und zwar Sektoren-übergreifend und damit auch Sektoren-vergleichend. Bislang gibt es ja nur Studien und Erhebungen zu einzelnen Aspekten, Regionen oder Bereichen. Da das ein gewollt ambitioniertes und umfassendes Konzept ist, kann es nicht in einem „Rutsch" geschehen, sondern wir arbeiten uns schrittweise durch die einzelnen Segmente: beginnend mit der beruflichen Ausbildung, dann die Hochschulen, gefolgt von der Schule und schließlich der Weiterbildung. Es soll also eine Art „Referenz-Studie" zur Digitalisierung der Bildung in Deutschland entstehen, die letztlich auch als Basis für bildungsstrategische Planungen und Entscheidungen dienen könnte.

Wo liegen Hürden und Herausforderungen?

Wichtigste und schwierigste Herausforderung ist natürlich die umfangreiche empirische Feldarbeit. Die Zielgruppen der Befragung sind ja vielfältig und die Fallzahlen, wie Sie sich denken können, erheblich. Die tatsächliche Umsetzung der Befragungen – sei es online, telefonisch oder auf Papier – ist dann natürlich auch sehr aufwändig. Nicht jeder Lehrer oder Schüler sprüht vor Begeisterung, wenn es darum geht, einen zugegebenermaßen etwas längeren Fragebogen auszufüllen. Als besonders herausfordernd hat es sich herausgestellt, die Berechtigungen zur Durchführung solcher Befragungen in öffentlichen Bildungseinrichtungen zu bekommen. Denn dafür gibt es von Bundesland zu Bundesland unterschiedliche Verfahren und Ansprechpartner, Anforderungen und Termine. Da muss man also erstmal viele, viele Formulare bearbeiten und letztlich bewilligt bekommen.

Erste Erfolge?

Wir haben inzwischen tatsächlich alle Bewilligungen bekommen und konnten die ersten Erhebungen auch nahezu abschließen. Der Bericht zur beruflichen Ausbildung kommt im Frühjahr heraus und mit der Hochschulbefragung sind wir auch bereits „im Feld“.

Erste Überraschungen?

Viele interessante Erkenntnisse natürlich. Manches stellt sich aus Praxissicht dann doch etwas komplizierter und differenzierter dar, als man das vielleicht von außen annehmen könnte. Aber ich will dem Bericht nicht vorgreifen.

Wie soll es weitergehen?

Wir haben erstmal noch bis Ende diesen, Anfang nächsten Jahres ausreichend für diese Studie zu tun. Ob und in welchem Umfang oder mit welcher Fokussierung dann eventuell eine Fortsetzung dieses Monitorings geplant ist, werden nicht wir als Forschungsdienstleister, sondern die Bertelsmann Stiftung zu entscheiden haben.

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