Im Austausch mit… Micha Busch

Micha Busch unterrichtet die Fächer Deutsch, Englisch und Medien an der Stadtteilschule Am Heidberg in Hamburg und ist als Medienbeauftragter für die Medienbildung verantwortlich.

Foto: Micha Busch

Micha Busch unterrichtet die Fächer Deutsch, Englisch und Medien an der Stadtteilschule Am Heidberg in Hamburg und ist als Medienbeauftragter für die Medienbildung verantwortlich. Er bloggt unter www.smartclassroomlearning.org und ist auf Twitter unter @EdTech_Germany zu finden. Im Gespräch erzählt er von seiner schulinternen Fortbildung „Digitale Bildung".

 

Das Projekt in drei Sätzen 

Die schulinterne Fortbildung „Digitale Bildung" ist ein Pilotprojekt im Bereich der berufsbegleitenden Lehrerqualifizierung. Zwanzig Pädagoginnen und Pädagogen der Stadtteilschule Am Heidberg in Hamburg bilden sich in insgesamt 15 Sessions schuljahresbegleitend in diesem Themenfeld fort. In den fünf Modulen (je Modul drei Sessions) werden unterrichtsrelevante Fähigkeiten und Kenntnisse im Bereich „Digitale Medien" erworben bzw. ausgebaut.


Wer steht dahinter?

Ich habe das Konzept entwickelt und setze es in Kooperation mit dem Landesinstitut für Lehrerbildung und der Universität Hamburg um.


Wie ist das Projekt entstanden?

Man weiß, dass Digitale Bildung an Schulen nur umgesetzt werden kann, wenn drei Aspekte gewährleistet sind: eine funktionierende Infrastruktur inklusive professionellem Support, didaktische Konzepte, die die Potentiale der digitalen Medien aufgreifen, sowie ein interessiertes und kompetentes Kollegium. Nach einigen punktuellen schulinternen Fortbildungen, die ich im Kollegium zum Beispiel zur Arbeit mit dem Smartboard oder zu Webtools im Unterricht durchgeführt habe, merkte ich, dass diese nicht so nachhaltig sind. So entstand die Idee einer systematischen und kontinuierlichen Qualifizierung. Die Tatsache, dass die Schulleitung diese Idee von Beginn an unterstützt hat, gab mir die notwendige Motivation, das Projekt zu planen und zu organisieren.


Was sind die Ziele?

Das Hauptziel ist der Auf- bzw. Ausbau digitaler Medienkompetenz bei den Lehrenden. Damit ist das Lernen über Medien genauso gemeint wie das Lernen mit Medien. Gewünschte Begleiterscheinungen sind in der Fortbildung entstehende innovative Unterrichtsideen sowie die Vernetzung der teilnehmenden Kolleginnen und Kollegen.


Wo liegen Hürden und Herausforderungen?

Die größte Herausforderung stellt die zeitliche Integration der Fortbildung in den vollen Arbeitsalltag der Kolleginnen und Kollegen dar. 


Erste Erfolge?

Nach der zweiten Session lässt sich sagen: Die Neugier auf die digitale Welt ist geweckt und die teilweise vorhandenen Berührungsängste sind abgebaut. Bis Anfang November werden nun in Kleingruppen die ersten Webpräsentationen, Erklärvideos, mBooks, Blogposts und Audiopodcasts zum Modul 1 (Medienwelten von Kindern und Jugendlichen) erstellt.  


Wie soll es weitergehen?

Es handelt sich bei dieser Fortbildung um ein Pilotprojekt. Wir sind natürlich gespannt auf die Ergebnisse der begleitenden Studie der Uni Hamburg und auf die Rückmeldung des Landesinstituts für Lehrerbildung. Grundsätzlich kann ich mir vorstellen, dass dieses Modell auch auf andere Schulen übertragbar ist. Außerdem könnte man dieses Fortbildungskonzept auch für die universitäre Lehrerausbildung und den Vorbereitungsdienst modifizieren. Ich persönlich freue mich aber erst einmal auf ein spannendes Schuljahr mit den Kolleginnen und Kollegen und darauf, mich gemeinsam mit ihnen den vielen Fragen im Bereich der Digitalen Bildung anzunähern.

Kontakt

Micha Busch, Hamburg

„Lehrerinnen und Lehrer haben über zehn Wochen unterrichtsfreie Zeit im Jahr, die für Fortbildungen genutzt werden können.”

Interview mit Dr. Claudia Bogedan, Senatorin für Kinder und Bildung der Freien Hansestadt Bremen und Präsidentin der Kultusministerkonferenz, zu den Möglichkeiten für Lehrkräfte, sich für Digitale Bildung fortzubilden.

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