Kollaboratives Arbeiten an Hochschulen

Wie in Verwaltung, Lehre und Forschung Inhalte gemeinsam erstellt und weiterentwickelt werden.

Gemeinsam mit anderen Inhalte zu erstellen und weiterzuentwickeln ist auch im Hochschulbereich ein aktuelles Thema. Studierende und ihre Dozierenden profitieren von dieser Arbeitsweise ebenso wie Hochschulmitarbeiterinnen und -mitarbeiter in Forschung und Verwaltung.   

 

 

Wer kollaborativ arbeitet, erstellt gemeinsam mit anderen Inhalte und entwickelt sie in der Gruppe weiter. In der Wirtschaft gehört diese Arbeitsweise heute bereits in vielen Unternehmen zum Alltag, zum Beispiel bei Brainstormings: Eine im November 2015 von SMART Technologies veröffentlichte Studie zeigt, dass 100 Prozent der Befragten bereits mit Brainstormings gearbeitet haben und die kollaborative Ideenfindung als Inspiration zur Kreativität schätzen. Fast zwei Drittel der befragten Personen (64 Prozent) gaben an, in größeren Teams Ideenfindungen zu entwickeln.

Auch im Hochschulbereich arbeiten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kollaborativ – in der Verwaltung, in der Lehre und in der Forschung. Eine Vielzahl digitaler Angebote unterstützt dabei, Inhalte auszutauschen, gemeinsam weiterzuentwickeln und zu speichern. Christian F. Freisleben-Teutscher, der an der österreichischen FH St. Pölten im Bereich Hochschuldidaktik und E-Learning arbeitet, nutzt für Brainstormings beispielsweise gern das kostenfreie Tool Padlet. Dieses und weitere Tools für die Online-Zusammenarbeit hat er im Mai 2015 in einem Webinar für die österreichische Initiative Werdedigital.at vorgestellt, eine Aufzeichnung ist online verfügbar.

Beispiele für kollaboratives Arbeiten

Neben der Ideenfindung im Team ist kollaboratives Arbeiten im Hochschulbereich zum Beispiel auch in den folgenden Situationen hilfreich:  

  • Zeitgleiche gemeinsame Arbeit an einem Dokument in der Verwaltung, beispielsweise an einem Meetingprotokoll
  • Vorbereitung einer Präsentation im Team, etwa von einer Gruppe Studierender
  • Gemeinsames Pflegen einer Tabelle, zum Beispiel zu Prüfungsterminen
  • Dokumentation des Wissens einer Abteilung oder eines Lehrstuhls in einem Wiki
  • Durchführung einer Videokonferenz, bei der Ideen in einer hochschulübergreifenden Gruppe von Lehrenden ausgetauscht, weiterentwickelt und dokumentiert werden.

Vorteile von kollaborativem Arbeiten

Der Einsatz digitaler Medien für das gemeinschaftliche kollaborative Arbeiten bringt eine Reihe von Vorteilen mit sich. Dazu gehört unter anderem, dass die Beteiligten sich nicht mehr zur gleichen Zeit im gleichen Raum befinden müssen, um in der Gruppe an einem Thema zu arbeiten:

  • Es macht ortsunabhängig.
  • Es macht flexibler.
  • Es spart Wartezeiten.
  • Es spart Arbeit.
  • Es vereinfacht Prozesse.
  • Es bringt durch den Austausch neue Blickwinkel.
  • Es intensiviert Zusammenarbeit und Kooperation, auch interdisziplinär und über eine Hochschule hinaus.


Studierende, die an der Hochschule bereits kollaborativ arbeiten und lernen, erwerben so ganz nebenbei digitale Kompetenzen, die im Beruf immer gefragter werden. Zudem entwickeln sie bereits vor Eintritt ins Berufsleben eine Routine in moderner Teamarbeit und lernen, Verantwortung in der Gruppe zu übernehmen. Auch in Lehre, Forschung und Verwaltung profitieren Angestellte und externe Mitarbeitende vom kollaborativen Arbeiten. Der sogenannten Generation Y kommt diese Arbeitsweise entgegen, denn sie möchte vermehrt selbst entscheiden, wann und wo sie arbeitet. Auch Eltern und Pendler profitieren von einer erhöhten Flexibilität im Job.   

Kollaborative Projekte im Hochschulbereich

Wie kollaborative Arbeitsweisen nicht nur für einzelne Arbeitsschritte und Prozesse sondern für gesamte Projekte genutzt werden, zeigen die beiden folgenden Beispiele:

  • Das von Martin Ebner und Sandra Schön herausgegebene „Lehrbuch für Lehren und Lernen mit Technologien” bietet ein Musterbeispiel für erfolgreiche Online-Kollaboration. Es wurde im August 2013 mit Hilfe von mehr als 250 Mitwirkenden innerhalb einer Woche vollständig überarbeitet und ergänzt. Eine Website dokumentiert das kollaborative Großprojekt „L3T 2.0″, dort ist auch das gesamte Buch online verfügbar.
  • NetMath zeigt, wie kollaboratives Arbeiten in der Lehre eingesetzt werden kann. Im Projekt werden interaktive Mathematik-Materialien gemeinsam entwickelt und nutzbar gemacht. Vortragsfolien von Ingo Dahn von der Universität Koblenz-Landau geben einen Einblick in die Initiative.

Wer im Hochschulbereich kollaborativ arbeiten möchte, sollte sich vor der Auswahl eines Tools fragen, was er oder sie zusammen mit wem erreichen möchte. Vielleicht bietet die Hochschule selbst eine Lernplattform mit der gesuchten Funktionalität oder ein entsprechendes Tool an, mit dem sich das Ziel erreichen lässt. Ist das nicht der Fall, gibt es eine Vielzahl von verfügbaren Tools im Netz, die beim kollaborativen Arbeiten unterstützen.   

Fünf Tools für kollaboratives Arbeiten im Hochschulbereich

  • Etherpad: Eine Software, um Text über den Browser gemeinsam zu bearbeiten. Jede und jeder an einem Pad Beteiligte kann in Echtzeit die Textänderungen der anderen sehen. 
  • Googledocs: Ermöglicht mehreren Personen das zeitgleiche und ortsunabhängige Bearbeiten von Dokumenten. Es gibt nur eine Dokumentenversion, die jederzeit aktuell und für alle zugänglich ist.
  • Mindmeister: Die Mindmapping-Software ermöglicht kollaborative Online-Brainstormings, Projektplanungen und Strategieentwicklung. Mindmaps lassen sich in Präsentationen verwandeln. Bis zu drei Mindmaps sind kostenfrei.    
  • UniQuiz: Mit der Lernplattform können Dozentinnen und Dozenten in kurzer Zeit ein digitales Quiz für ihre Studierenden entwickeln und ihnen zugänglich machen. In diesem Beitrag bei der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin gibt es weitere Informationen zur App.
  • SMART amp: Die Software ermöglicht Lernenden, mit ihren Endgeräten gemeinsam an einer digitalen Arbeitsfläche zu arbeiten. Dozentinnen und Dozenten erhalten Echtzeiteinblicke, ohne das Lernen unterbrechen zu müssen. 

Welche Erfahrungen haben Sie mit kollaborativem Arbeiten im Hochschulbereich gemacht? Welche Tools sind in Ihrem Studien- und Arbeitsalltag unverzichtbar und was würden Sie gern einmal ausprobieren? Schreiben Sie uns an info@remove-this.netzwerk-digitale-bildung.de oder kontaktieren Sie uns über Twitter.   

Zusammengefasst: unsere 5 Linktipps zum Thema

  • Aufzeichnung des Webinars "Besser als E-Mail" zu kostenfreien Online-Diensten für die Zusammenarbeit von WerdeDigital.at
  • E-Book "Lehrende Arbeiten mit dem Netz" mit einer Vielzahl von Gastbeiträgen aus dem Hochschulbereich, herausgegeben von WerdeDigital.at
  • Website des kollaborativen Großprojekts L3T 2.0, des "Lehrbuchs für Lehren und Lernen mit Technologien"
  • Tipps für kollaboratives Arbeiten im Team bei karrierebibel.de
  • Einblick in wissenschaftliches Arbeiten im Digitalen Zeitalter im Blog von Swaran Sandhu

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