Das kostet Digitale Bildung

//Das kostet Digitale Bildung

Eine Studie der Bertelsmann Stiftung zeigt nationale und internationale Beispiele, wie der Einsatz digitaler Medien in Schulen realisiert wird. Neben den Mechanismen treffen die Studienautoren auch eine Aussage zu den Kosten.

Die Studie von Andreas Breiter, Björn Eric Stolpmann und Anja Zeising untersucht im Auftrag der Bertelsmann Stiftung die technischen und organisatorischen Bedingungen für Bereitstellung und Betrieb einer lernförderlichen und alltagstauglichen IT-Infrastruktur in Schulen. Lernförderlich bedeutet dabei, dass der Zugang und die Nutzung einfach und ohne Hürden für alle möglich sein sollen.

„Es gibt kein technisches Szenario, das per se einem anderen überlegen ist”, schreiben die Autoren. Die Studie stellt ausgewählte Beispiele aus Deutschland vor, unter anderem die eSchool Düsseldorf und die Bildungscloud Baden-Württemberg. Doch der Blick geht weit über die Landesgrenzen hinaus und zeigt, wie unterschiedlich digitale Medien in Schulen in Südkorea, den USA und in Dänemark eingebunden werden.

Dort, wo sie es für möglich und sinnvoll halten, machen die Autoren in der Studie außerdem konkrete Angaben zu den Kosten und zeigen, mit welcher erheblichen Spannbreite man je nach Ausstattungsmodell rechnen muss: Jährlich sind das pro Schülerin und Schüler zwischen 95 Euro (5:1-Relation) und 465 Euro (1:1-Relation), die laut der Studie für eine lernförderliche IT-Infrastruktur veranschlagt werden müssen. Das ergibt folgende Gesamtrechnung: Wenn man die ermittelten Zahlen für eine grundlegende lernförderliche IT-Infrastruktur allein für die Gesamtschülerzahl der weiterführenden allgemeinbildenden Schulen in Deutschland (5,63 Mio.) hochrechnet, müssten für die Umsetzung des 5:1-Modells mindestens 538 Mio. Euro und für die Umsetzung des 1:1-Modells bis zu 2,62 Mrd. Euro von den Ländern und Kommunen aufgewendet werden.

Kein hohes Einsparpotenzial durch eigene Geräte

Zum Thema Bring Your Own Device, der Integration eigener Geräte in der Schule, trifft die Studie folgende Aussage: Derzeit gebe es keine verlässliche Gesamtkostenermittlung für BYOD mit Elternfinanzierung für eine Schulregion beziehungsweise kommunale Schulträger, sondern lediglich Erfahrungswerte aus einzelnen Schulen, die oftmals durch ein hohes Eigenengagement getragen werden. Auch bei der Einführung von BYOD  gehen die Studienautoren von keinem hohen Einsparpotenzial aus, da Hauptkostenfaktoren wie Netzwerktechnik und Breitbandanbindung blieben und der Supportaufwand wegen der unterschiedlichen Gerätetypen mitunter sogar steige. Bei einer Elternfinanzierung weisen die Autoren außerdem auf den sozialpolitischen Konflikt hin. Man könne nicht erwarten, dass in allen Regionen in Deutschland gleiche Voraussetzungen vorliegen. Auch an einer einzelnen Schule muss bei der Elternfinanzierung eine Lösung für diejenigen Schülerinnen und Schüler gefunden werden, deren Eltern kein Endgerät finanzieren können.

Über die Studie

Die Studienautoren Andreas Breiter, Björn Eric Stolpmann und Anja Zeising haben „Szenarien lernförderlicher IT-Infrastrukturen in Schulen – Betriebskonzepte, Ressourcenbedarf und Handlungsempfehlungen” im Auftrag der Bertelsmann Stiftung verfasst.

Weitere Informationen:
https://www.bertelsmann-stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/Studie_IB_IT_Infrastruktur_2015.pdf

2017-03-02T10:19:05+00:00