Digitale Werkzeuge im Unterricht zum Lernen, Arbeiten und Problemlösen

//Digitale Werkzeuge im Unterricht zum Lernen, Arbeiten und Problemlösen

Das Forum school@LEARNTEC findet vom 30.01.-01.02.2018 zum fünften Mal im Rahmen der LEARNTEC in Karlsruhe statt. Ein Schwerpunktthema wird die Verzahnung von schulischen Medien- und Ausstattungskonzepten sein. Im vierten Teil des Gastbeitrags geht es speziell um die neu definierten Kompetenzen „Problemlösen und Handeln“, die ab dem Schuljahr 2018/19 als Spiralcurriculum in allen Schulfächern vermittelt werden müssen und darauf aufbauend um didaktische und mediale Szenarien zur Erfüllung dieser Aufgabe.

Die ab dem Schuljahr 2018/19 verbindlich umzusetzende Strategie der Kultusministerkonferenz „Bildung in der digitalen Welt“ formuliert für jedes einzelne Schulfach das Ziel, mit seinen spezifischen Zugängen zur digitalen Welt seinen Beitrag zu leisten, digitale Kompetenzen zu vermitteln. Laut Kompetenzfeld 5 „Problemlösen und Handeln“ sollen die Schülerinnen und Schüler beispielsweise dazu befähigt werden, digitale Werkzeuge und Medien zum Lernen, Arbeiten und Problemlösen zu nutzen (5.4) oder Algorithmen zu erkennen und zu formulieren (5.5). Diese Inhalte, die bisher als informatische Grundbildung im Fach Informatik verortet waren, sollen mittels eines Spiralcurriculums nun in allen Fächern zusätzlich gelehrt werden.

Tanja Lübbers leitet das zdi-Zentrum in Bottrop und bringt jedes Jahr ca. 2.000 Schülerinnen und Schüler die MINT Fächer durch ihre Projekte näher. Ein Themenfeld, dem sie besonderes Engagement widmet, ist die Informatikdidaktik: „Der Unterschied zwischen informatorischer und informatischer Grundbildung ist der, dass es in der informatischen Grundbildung um reine Themen der Informatik geht (Algorithmen, Rekursion, Schleifen), während bei der informatorischen Grundbildung die 21st Century Skills (Kommunizieren, Kollaborieren, Kreativität und Kritisches Denken) im Mittelpunkt stehen – Kompetenzen, die zur Informatik zwar anverwandt, aber eben nicht rein informatisch sind.“

Zu den Grundvoraussetzungen für Bildung in der digitalen Welt gehört, dass jede Schule über schnelles Internet, moderne Präsentationstechnik und eine Grundausstattung mit Endgeräten (PC, Notebooks, Tablets) in jedem Klassenraum verfügt. Diese Forderung dürfte überwiegend Zustimmung finden. Aber welche zusätzliche Ausstattung ist notwendig, um informatische Grundbildung fächerübergreifend zu implementieren?

Dazu Tanja Lübbers: „Ohne Tools geht es nicht, aber dennoch würde ich mich nicht nur auf eines festlegen. Ich nutze zum Beispiel Calliope (www.calliope.cc), weil ich den Aspekt des Anfassens und die „Offenheit“ der Platine für sehr wichtig erachte. Vor allem aber ist der motivatorische Aspekt ausschlaggebend. Die Schülerinnen und Schüler bekommen ein direktes Feedback nach dem Herunterladen des Codes und sehen sofort, ob ihr Programm funktioniert – deutlich spürbarer als bei dem Gebrauch von Scratch, ein hauptsächlich für 8- bis 16-Jährige konzipiertes Programmiertool (https://scratch.mit.edu). Ich nutze zudem die Website code.org – vor allem für jüngere Lerner.

Auch LEGO Mindstorms ist für den Einstieg geeignet. Nach und nach lässt sich damit der Schwierigkeitsgrad erhöhen und bietet so eine Brücke zu ‚richtigen‘ Programmiersprachen.

Und, die Teilnahme an Wettbewerben wie den LEGO Mindstorms Roboterwettbewerben (https://education.lego.com/de-de/weiterfuehrende-schulen/intro/c/robotic-competitions) oder dem Informatik Biber (www.bwinf.de/biber/) sind geeignet, das Interesse für Informatik und Robotik zu wecken und zu fördern.

Auch Zugänge für Mädchen, spielerisch mit Algorithmen zu experimentieren, lassen sich im Internet finden. Sehr gelungen finde ich zum Beispiel Elsa und Anna von der Eiskönigin, die mittels Schleifen Eisblumen auf Schlittschuhen laufen (https://studio.code.org/s/frozen/stage/1/puzzle/1).“

Tanja Lübbers hat es sich zur Aufgabe gemacht, Schulen und Lehrkräfte an das Thema ‚informatorische Kompetenzen‘ heranzuführen. Sie und ihre Kolleginnen und Kollegen der insgesamt 44 zdi-Netzwerke in NRW bieten regelmäßig Workshops für Schülerinnen und Schüler an, um sie im außerschulischen Kontext für MINT-Themen zu begeistern. Ihre Erfahrungen teilen sie im Rahmen von Lehrerfortbildungen im MINT Bereich unter Einsatz von Informationstechnologie.

Für Tanja Lübbers ist informatische Grundbildung ein Vollzeitjob, für die meisten Pädagogen im Schuldienst allerdings eine Herausforderung, der sie sich zusätzlich zu allen anderen ‚Hauptaufgaben’ stellen müssen. Bevor sie die oben genannten Kompetenzen der KMK-Strategie zur Bildung in der digitalen Welt ihren Schülerinnen und Schülern vermitteln können, müssen sie selbst erst einmal über eben diese verfügen. Experten wie Tanja Lübbers werden daher in nächster Zeit sehr gefragt sein und auch die Medienberater und Medienzentren bundesweit werden ihre Fortbildungsangebote hinsichtlich des umfangreichen Kompetenzrahmens der KMK erweitern müssen.

Zumindest für den Einstieg scheint es allerdings sinnvoll, nicht zu viele verschiedene Tools in den Fächern einzusetzen, sondern eine didaktisch gut begründete Auswahl zu treffen und einen Qualitätssicherungsprozess für die eingesetzten Medien zu etablieren.

Im Rahmen des Forums school@LEARNTEC bieten unter anderem folgende Workshops die Möglichkeit, sich zur Implementierung informatischer Grundbildung in die unterschiedlichen Unterrichtsfächer zu informieren:

Di., den 30.01.18 | 10.00 – 13.00 Uhr
Was hat 3D-Druck mit den Gebrüdern Grimm zu tun und 3D-CAD mit einem Schweizer Taschenmesser?
mit Tobias Weinfurtner, Werner-von-Siemens-Realschule Kuppenheim

Mi., den 31.01.18 | 10.00 – 13.00 Uhr (Panel B)
Digital Pass Education – Roadmap zu Digitaler Grundbildung
mit Gabriele Riedmann de Trinidad, platform3l GmbH

Mi., den 31.01.18 | 10.00 – 13.00 Uhr (Makers Arena)
Programmieren lernen mit dem Calliope Mini
mit Jasmin Mühlbach, Christine Domgörgen, erlebe IT, Bitkom e.V.

Do., den 01.02.18 | 10.00 – 13.00 Uhr
LEGO MINDSTORMS Education EV3 in den MINT-Fächern mit dem iPad
mit Michael Bronner, Dr.-Ing. Paul Christiani GmbH & Co.KG

Do., den 01.02.18 | 14.00 – 17.00 Uhr
Coding & Robotik mit dem iPad
mit Tobias Bachert, Medienpädagoge REDNET

Der Besuch der LEARNTEC ist für Lehrerinnen und Lehrer kostenlos. Registrieren Sie sich im Online-Ticketshop für die Fachmesse www.learntec.de/ticket, geben Sie den Promotioncode school18 ein und sichern Sie sich Ihr kostenfreies Ticket zum Besuch der Fachmesse.

2018-02-02T12:26:27+00:00