Mit einem USB-Stick voller Unterrichtsideen zur didacta – Interview mit Grundschullehrerin Tine Tremmel

//Mit einem USB-Stick voller Unterrichtsideen zur didacta – Interview mit Grundschullehrerin Tine Tremmel

Tine Tremmel ist Lehrerin an der Albertine-Scherer-Grundschule. Digitale Medien nutzt sie intensiv und mit Begeisterung für ihren Unterricht. Sie engagiert sich im Lehrernetzwerk des Netzwerk Digitale Bildung für eine zukunftsorientierte Bildung und wird auf der didacta viele Ideen für den digital unterstützten Unterricht präsentieren. Im Interview gibt sie einen Einblick in ihren Schulalltag sowie hilfreiche Tipps für didacta-Neulinge.

Ihre Grundschule ist sehr gut mit digitalen Medien ausgestattet. Wie sieht ein typischer Unterrichtstag bei Ihnen aus?

Das stimmt, die grünen Tafeln sind aus unserer Schule verbannt. Jedes Klassenzimmer ist mit einem interaktiven Whiteboard, einer Dokumentenkamera und mindestens einem Computer ausgestattet. Die Schülerinnen und Schüler sind stark in den Unterricht einbezogen. Sie arbeiten oft kollaborativ an den Boards, wenn diese zum Beispiel Stationen darstellen, an denen die Kinder in Kleingruppen Aufgaben lösen. Unser Schülerinnen und Schüler können sich auch regelmäßig mit Hilfe einer Lernsoftware an den Notebooks auf Klassenarbeiten vorbereiten. In speziellen Projektwochen und Arbeitsgruppen werden außergewöhnlichere Projekte realisiert: Die Kinder gestalten dann mit Hilfe einer Kamera und entsprechender Software zum Beispiel einen Trickfilm selbst oder programmieren ein LEGO-Modell.

Sie engagieren sich in unserem Lehrernetzwerk gemeinsam mit anderen Lehrkräften für den Unterricht mit digitalen Medien. Wie erleben Sie das Netzwerk?

Das Lehrernetzwerk ist eine tolle Möglichkeit, um sich mit Gleichgesinnten zum Thema Digitale Bildung in der Praxis auszutauschen. Wir zeigen einander, welche neuen Werkzeuge es gibt und wie wir sie im Unterricht einsetzen. Auch erhält man von den Kollegen Tipps und konkrete Antworten auf die eigenen Fragen. Wenn ich von neuen Werkzeugen oder Funktionen erfahre und mich nicht traue, sie anzuwenden, bestärkt mich das Netzwerk. Wir kommunizieren über unsere geschlossene Facebook- und Whatsapp-Gruppe, sehen uns aber auch live auf Fortbildungen. Und natürlich auf Bildungsmessen wie der didacta.

Was erwartet Lehrkräfte auf der diesjährigen didacta in Hannover?

Zum einen natürlich die neuesten Trends und Entwicklungen im Bildungsbereich sowie die aktuelle Hard- und Software für das zeitgemäße Lernen. Die didacta ist riesengroß, die Anzahl an Ausstellern beeindruckend. Man kann sich innerhalb kürzester Zeit umfassend informieren und sich austauschen. Ich bin jedes Jahr auf der didacta und werde auch in Hannover wieder dabei sein – diesmal am Stand von SMART, dem Förderpartner des Netzwerk Digitale Bildung. Mit dabei: ein USB-Stick mit meinen Unterrichtsideen. Das sind so viele, dass ich vor der didacta noch eine Vorauswahl treffen muss. Das reicht von organisatorischen Ideen für digitale Sitzpläne und Adventskalender bis zu einem Monsterquiz, das die Kinder lieben: Sie beantworten in Kleingruppen über ihre Endgeräte Fragen von mir. Dabei hütet jede Gruppe ein Monster-Ei. Diejenige Gruppe, die meine Fragen als erstes richtig beantwortet, kann ihrem Ei beim Schlüpfen zusehen. Mit meinen Unterrichtsideen möchte ich Besucher inspirieren und sie zum Ausprobieren animieren.

Was empfehlen Sie didacta-Neulingen?

Ich empfehle allen Neulingen, sich bereits vor dem Besuch der didacta zu überlegen, was sie sich anschauen möchten. Über was will ich mich informieren? Über einen bestimmten Verlag, eine Firma, über Unterrichtsmaterialien? Angesichts der Fülle an Informationen und Ausstellern lohnt es sich, einen Plan zu haben. Mein zweiter Tipp: nicht alle Materialien einstecken, die auf den ersten Blick interessant erscheinen. Ich habe als Neuling alles mitgenommen und zu Hause gemerkt, dass nur etwa 20 Prozent wirklich relevant für mich waren. Daher: Lieber einmal vorher überlegen, ob man das Material wirklich benötigt, bevor man es einsteckt.

Mehr Informationen zu den Angeboten des Netzwerk Digitale Bildung auf der didacta erhalten Sie hier. Auf dieser Seite können Sie sich über unter Lehrernetzwerk informieren.

Tine Tremmel ist Lehrerin an der Albertine-Scherer-Grundschule in Birkenheide. Sie machte die kleine Schule fit für das Lernen mit digitalen Medien, trotz eines kleinen Budgets. Wie das gelang, erzählt sie in diesem Blogbeitrag.

2018-02-13T10:08:52+00:00