Collaborative Classrooms

Collaborative Classrooms 2017-12-05T10:31:51+00:00

Vom ersten Tag ihres Lebens an lernen Kinder. Sie saugen neue Informationen förmlich auf, erforschen ihre Umgebung, gehen Dingen auf den Grund und sind dabei höchst motiviert. Dieser natürliche Wissensdurst bleibt bei klassischem Frontalunterricht in der Schule oft auf der Strecke. Damit Kinder natürlich und selbstverständlich lernen, bindet das Prinzip des Collaborative Classrooms die Schülerinnen und Schüler aktiv in den Unterricht ein. Lehrkräfte geben einen Rahmen vor, den die Kinder gemeinschaftlich, kreativ und in ständigem Austausch untereinander mitgestalten. Moderne Technik unterstützt das interaktive und selbstbestimmte Lernen.

Teamwork ist eine Kompetenz, die auf dem Arbeitsmarkt oft gefordert wird. Schon in der Schule können Kinder von Zusammenarbeit profitieren. Sie fördert ihre soziale und emotionale Entwicklung und hilft gleichzeitig dabei, Themen aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Denn unterschiedliche Menschen haben unterschiedliche Fragen, Ideen und Lösungsansätze. So können sich die Kinder gegenseitig ergänzen und das Unterrichtsgeschehen bereichern.

Hintergrundwissen: Prinzipien des Collaborative Classrooms

Im Collaborative Classroom findet ein lebendiger und vielfältiger Unterricht statt. So behalten die Kinder ihre natürliche, innere Motivation. Lehrerinnen und Lehrer sind nicht die alleinigen Informationsgeber. Auch Schülerinnen und Schüler geben ihr Wissen weiter, während die Lehrkräfte die Rolle von Mediatoren oder Moderatoren einnehmen können (Quelle: North Central Regional Educational Laboratory (NCREL)).

Das „Center for the Collaborative Classroom“ beschreibt vier Kernprinzipien im Collaborative Classroom:

  • Fachliche und emotionale Kompetenzen fördern: Das Erlernen fachlicher Kompetenzen lässt sich nicht vom Erwerb sozialer und emotionaler Kompetenzen trennen. Wird die emotionale Entwicklung in den Unterricht integriert, lernen Kinder besser. Die enge Verzahnung von emotionaler Entwicklung und fachlichem Lernen zeigt sich etwa in Diskussionen: Um daran teilnehmen zu können, bedarf es bestimmter sozialer Kompetenzen. Gleichzeitig muss ein Kind ein Mindestmaß an Wissen haben, um etwas zum Thema beitragen zu können.
  • Einen sicheren Raum bieten: Eine sichere Umgebung und vertrauensvolle Beziehungen zu Lehrkräften und Mitschülerinnen und -schülern helfen den Kindern dabei, Selbstbewusstsein zu entwickeln. In so einem geschützten Raum zeigen sie eine größere Bereitschaft zu lernen. Haben sie ein Gefühl der Verbundenheit zu ihrer Schule, erbringen sie außerdem bessere Leistungen, sind motivierter und helfen sich besser gegenseitig.
  • Aktive Lernerfahrungen: Im Collaborative Classroom beteiligen sich Kinder aktiv am Unterricht. Sie arbeiten zusammen, entwickeln Ideen, sind kreativ und lernen, neu zu denken und sich eine eigene Meinung zu einem Thema zu bilden. Anders als in klassischen Schulstunden beginnt nicht immer die Lehrkraft den Unterricht, sondern sie gibt einen Rahmen vor. Die Schülerinnen und Schüler arbeiten zum Beispiel zunächst eigenständig in Gruppen, denken über ein Problem nach und diskutieren. Die Lehrkraft zeigt den Kindern dann hilfreiche Lösungsstrategien oder bietet Denkalternativen an.
  • Anerkennung und Motivation: Alle Kinder wollen lernen. Aufgabe von Schulen ist es, diesen Wissensdurst und die innere Motivation zu erhalten und zu fördern. Lehrkräfte sollten dafür etwa auf die Interessen der Kinder eingehen und sie in den Unterricht einbeziehen. Auch Anerkennung spielt eine große Rolle.

Quelle:  Center for the Collaborative Classroom

Interaktive Technik in Collaborative Classrooms

Kinder wachsen heute als „Digital Natives“ auf. Die immer weiter fortschreitende Digitalisierung gehört für sie zum gewohnten Alltag, auch in der Schule: Kinder lernen in Computerräumen, werden in Tabletklassen unterrichtet und üben zu Hause mit Onlineprogrammen weiter. Doch das Ausrüsten etwa mit Notebooks allein reicht nicht, wenn die Kinder dann einzeln und abgeschottet vor ihren Bildschirmen sitzen. Das Kollaborieren muss aktiv von den Lehrkräften gefördert werden. Dabei finden sie Unterstützung durch Tools wie zum Beispiel „SMART amp“ oder „SMART Notebook“. Diese Software vernetzt die Geräte von Kindern und Lehrkraft, sodass sie in Echtzeit interagieren können.

Klassenraumtechnologie zum gemeinschaftlichen Lernen von SMART: auf intuitive Weise lernen

Praxisbeispiel: SMART Collaborative Classroom

Im SMART Collaborative Classroom stehen die Schülerinnen und Schüler im Mittelpunkt. Sie lernen aktiv und dadurch nachhaltig. Mehrere SMART Boards und die passende vernetzende Software sind die Basis, um methodische Vielfalt leichter umzusetzen und neue didaktische Konzepte anzuwenden. Dank der integrierten SMART Document Camera können nicht nur digitale, sondern auch analoge Inhalte in den Unterricht einbezogen werden.

Fast alle Schülerinnen und Schüler nutzen gern digitale Technik und lassen sich so für verschiedene Unterrichtsinhalte leichter begeistern. Sie sind motivierter und zeigen deshalb bessere Leistungen. Das eigenverantwortliche Lernen macht den Unterricht lebendig. Lehrkräfte agieren vorwiegend als Moderatoren, während die Kinder zusammenarbeiten,  sich in der Gruppe helfen und so im eigenen Tempo lernen. Interaktive Tafelbilder können selbst erarbeitet und an die individuellen Bedürfnisse angepasst werden.

Das SMART Collaborative Classroom bietet unendliche Möglichkeiten für interaktives Lernen, zum Beispiel:

  • Stationslernen
  • Aufgaben zum Ausfüllen mit Drag-and-Drop
  • Vokabelmemory
  • Lernpuzzle
  • interaktive Landkarten
  • Nutzung von Onlineprogrammen
  • Hören von Podcasts
  • Videopräsentationen

Aktion für Schulen: SMART stattet das digitale Klassenzimmer aus – mitmachen und bewerben!

SMART Collaborative Classroom in der Praxis

Linktipps zum Thema

  • Deeper Learning: A Collaborative Classroom is Key von Rebecca Alber
  • Getting Started: A Guide to Collaboration in the Classroom von Kathleen O. Kane und Joan Harms
  • Kollaboratives Lernen – Präsentation von Prof. Dr. Günter Daniel Rey, Technische Universität Chemnitz

Buchtipps zum Thema

  • Selbststeuerung und Partizipation beim computergestützten kollaborativen Lernen: Eine Analyse im Kontext hochschulischer Lernprozesse (Medien in der Wissenschaft) von Angela Carell (Waxmann; 2006)
  • 20 Tools for the Collaborative Classroom: Getting the Most from your Partnerships von Rebecca A. Hines und Lisa A. Dieker

Fachartikel zum Thema

  • Learning technologies: Affective and social issues in computer-supported collaborative learning von Ann Jones und Kim Issroff in Computers & Education 44 (2005) 395–408
  • What Is the Collaborative Classroom? von M. B. Tinzmann, B. F. Jones, T. F. Fennimore, J. Bakker, C. Fine und J. Pierce in NCREL, Oak Brook, 1990