Notizen und Videoaufzeichnungen sind selbstverständlich.

///Notizen und Videoaufzeichnungen sind selbstverständlich.

 3 Fragen an Peter Addor

Peter Addor unterrichtet Mathematik an einer berufsbegleitenden Fachhochschule (Fernfachhochschule Schweiz). Seine Studierenden sind zwischen 25 und 45 Jahren alt, arbeiten meistens Vollzeit, viele von ihnen haben Familie. Die Präsenzen sind äußerst knapp bemessen, sodass nur für das Nötigste Zeit bleibt.

Wie arbeiten Sie in der Lehre mit digitalen Medien?

Das wichtigste Instrument ist ein Computer, der meine Stifteingabe unterstützt, um mathematische Formeln exakt und so unkompliziert schreiben zu können, als schriebe ich auf einen Hellraumprojektor. Damit mache ich während der Präsenzen alle Notizen und beame sie an die Leinwand. Nach der Präsenz erstelle ich aus den Notizen eine PDF-Datei und schicke es den Studierenden. Damit können sie sich auf meine Ausführungen konzentrieren und müssen keine eigenen Notizen mehr anfertigen.

Seit kurzem benutze ich einen Videoadapter, um kabellos arbeiten zu können. Das ist ein Stecker, ähnlich einem USB-Stick, den ich in den Beamer stecke und der sich dann mit dem Computer über Funk verbindet. Auf dem Computer habe ich außerdem Screen-o-matic installiert, ein Programm, das den Bildschirm und den Ton aufzeichnet. Damit kann ich eine Präsenz vollständig aufzeichnen und nach Bedarf den Studierenden ebenfalls zur Verfügung stellen.

Als den eigentlichen Kurs betrachte ich die Forenkommunikation, das heißt, der Kurs findet in den Foren statt. Fragen zur Theorie, die die Studierenden zuhause erarbeiten müssen, können sie im Forum stellen. Wenn die Studierenden bei Aufgaben, die sie zuhause lösen sollen, nicht weiterkommen, können sie ihre Ansätze ins Forum stellen und ich helfe weiter. Dreimal pro Woche erteile ich außerdem Online-Unterricht über Adobe Connect.

Wie ist die Resonanz der Studierenden?

Die Notizen und Videoaufzeichnungen sind mittlerweile so selbstverständlich, dass es  schon gar kein Feedback mehr gibt, sondern nur eine Erinnerung, wenn ich einmal die Bereitstellung verzögere oder vergesse. Die Studierenden erwarten mittlerweile einfach von mir, dass sie das PDF erhalten.

Ab und zu äußert sich jemand  positiv über den Einsatz eines Computers als Whiteboard- oder Hellraumprojektorersatz und ist von der Technologie angetan.

Wo liegen noch Hindernisse?

Aktuell mache ich mir Gedanken, wie man einen Inverted Classroom (also die Idee, das die Studierenden meinen Vortrag schon zuhause sehen und wir bei den Präsenzen darüber diskutieren) als Virtual Classroom abbilden kann. Ich habe in meinen Online-Präsenzen bis zu 60 Zuhörerinnen und Zuhörer. Sie stellen ihre Fragen per Chatfunktion, da viele kein Mikro bzw. kein Headset haben, sodass es Rückkopplungen und Echos gibt. Da gibt es aber noch Hürden, zum Beispiel ungenügende oder langsame Internetverbindungen.

2017-03-02T10:19:06+00:00