Der SMART Collaborative Classroom ist im Schulalltag angekommen

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Zwei Monate nach dem Einbau wird der SMART Collaborative Classroom von den Schülern und Lehrkräften der Elfenwiese bereits eifrig genutzt. Um die Möglichkeiten des digitalen Klassenzimmers noch stärker im Schulalltag auszuschöpfen, ist nun eine Fortbildungsreihe geplant. Von Fabio Priano, Medienpädagoge an der Schule Elfenwiese

Seit dem Einbau im Dezember arbeiten wir im Kollegium intensiv mit dem SMART Collaborative Classroom. So findet inzwischen der Differenzierung–Unterricht in Mathematik, Deutsch und Englisch in dem digitalen Klassenzimmer statt. Hier werden unsere „stärkeren“ Förderschüler auf dem Niveau der Hamburger Stadtteilschulen unterrichtet und damit auf einen Hauptschulabschluss vorbereitet.

Dabei zeigt der Collaborative Classroom seine Stärken: An den verschiedenen interaktiven SMART Boards im Raum können die Schülerinnen und Schüler sehr gut in Gruppen an Themen arbeiten und gemeinsam Präsentationen vorbereiten. Wir haben außerdem eine E-Mail-Adresse für den Klassenraum eingerichtet. So können die Ergebnisse der Stunden einfach an die Schüler gemailt werden und sie arbeiten zuhause selbstständig an den Inhalten weiter.

Ein weiterer wichtiger therapeutischer Aspekt ist die Höhenverstellbarkeit der SMART Boards. Wir können so häufiger im Stehen arbeiten. Diese Mobilisierung aktiviert den Körper der Kinder und fördert ihre Konzentration. Gerade bei unseren Schülern mit einem körperlichen und motorischen Förderbedarf ist diese Tonus-Aktivierung ein wichtiges Element der Therapie. Auch Rollstuhlfahrern erleichtert die sehr flexible Höheneinstellung der Tafeln die Teilhabe am Unterrichtsgeschehen.

Zusammenarbeit auf unterschiedlichem Leistungsniveau

Der Unterricht im SMART Collaborative Classroom funktioniert auch in sehr heterogenen Lerngruppen. Ich persönlich unterrichte zum Beispiel regelmäßig Geschichte in dem neuen Klassenraum. Im Moment ist der Kolonialismus unser Thema. Eine Gruppe bereitet eine Übersicht zum „Wettrüsten“ der Kolonialmächte vor und eine zweite beschäftigt sich mit dem Umgang der Kolonialherren mit den Einheimischen. Am Ende der Stunde präsentieren die Schülerinnen und Schüler gemeinsam ihre Ergebnisse.

Das Leistungsniveau ist dabei sehr unterschiedlich. Manche Schüler haben einen besonderen Förderbedarf in der geistigen Entwicklung und können zum Beispiel nur schwer lesen. Andere streben dagegen einen Hauptschulabschluss an. Durch die digitalen Tafeln und die Tablets verwischen diese Leistungsunterschiede zusehends. Auch für die „schwächeren“ Schüler gehören digitale Medien im Alltag dazu. Selbst wenn sie nicht so gut lesen können, gehen sie mit unseren Tablets sehr routiniert um und können sich so in der Gruppenarbeit ganz anders einbringen.

Ein anderer, wichtigerer Grund ist auch die große Motivation der Kinder. Etwas flapsig ausgedrückt: Am Tablet arbeiten sie ohne Murren eine ganze Stunde. Mit einem Arbeitsblatt gäbe es deutlich weniger Beteiligung.

Weitere Fortbildungen und Austausch geplant

Bis alle Schüler und Lehrer die Vorteile nutzen können, stehen noch einige wichtige Aufgaben an. Zum Beispiel wird der Raum bald mit zusätzlichen Stehtischen und einem Teppichboden ausgestattet. So können die Kinder später in noch mehr Positionen arbeiten. Auch die Fortbildungen für das gesamte Kollegium inklusive Therapeuten stehen noch an. Dazu haben wir drei Schritte geplant:

  • Grundlagenschulungen für alle: Im ersten Schritt gibt es verschiedene Einführungsseminare für alle Kollegen. Darin werden ein Vertreter von SMART und ich die grundlegenden Funktionsweisen des Collaborative Classroom vorführen.
  • Vertiefung der technischen Möglichkeiten: Im zweiten Schritt sind weitere Fortbildungen zu einzelnen Elementen des Collaborative Classroom geplant. Themen sind zum Beispiel das gemeinschaftliche Lernen mit der Software SMART amp oder die Anwendungsmöglichkeiten der SMART Collaborative Labs.
  • Fachdidaktische Fortbildungen: Wenn der Collaborative Classroom endgültig im Schulalltag angekommen ist, wollen wir uns mit der methodisch-didaktischen Vertiefung beschäftigen. Dabei werden wir gemeinsam nach Ansätzen suchen, um die Unterrichtsinhalte mit den aktuellen Lehrplänen zu verknüpfen. Auch der bessere Einsatz der digitalen Möglichkeiten in der therapeutischen Arbeit mit den Schülern soll dabei ein wichtiges Thema sein.

Außerdem planen wir gerade einen regelmäßigen (Erfahrungs-)Austausch aller Medienverantwortlichen an Hamburger Förderschulen für Schülerinnen und Schüler mit dem Schwerpunkt körperliche und motorische Entwicklung. Das ist der erste Schritt zu einer schulübergreifenden Anwendung der neuen Möglichkeiten und einer sinnvollen Vernetzung für die Digitale Bildung. Aber über diese Vernetzung berichte ich zu einem späteren Zeitpunkt – alles zu seiner Zeit.

 Bildquelle: Fabio Priano

2017-06-13T10:38:08+00:00

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