SMART Collaborative Classroom unterstützt die Digitale Inklusion

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Digitale Medien unterstützen die schulische Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit Assistenzbedarf. Sie helfen, Barrieren abzubauen und ermöglichen eine stärkere Teilhabe am Unterrichtsalltag. Auch der SMART Collaborative Classroom bietet dafür großes Potenzial.  Von Fabio Priano, Medienpädagoge an der Schule Elfenwiese

An der Elfenwiese haben wir Schülerinnen und Schüler mit sehr unterschiedlichem Förderbedarf. Genau das macht unseren Schulalltag bunt und aufregend. Für das Miteinander im Unterricht und in den Pausen leisten digitale Medien und technische Hilfsmittel einen wichtigen Beitrag. Sie gleichen auf ganz unterschiedliche Weise Beeinträchtigungen aus und ermöglichen so die Teilhabe. Daher setzen wir sie auch schon seit Langem in der Elfenwiese ein.

Ein Beispiel ist die unterstützte Kommunikation durch Talker. Die Sprachcomputer helfen Kindern, die nicht selbst sprechen können, bei der Kommunikation mit ihren Mitschülern. Über ein Tablet geben sie ein, was sie sagen wollen, oder nutzen dafür die Augensteuerung. Ohne dieses Hilfsmittel könnten sich die Kinder nur sehr eingeschränkt am Unterrichtsgespräch beteiligen. Auch eine fehlende Muskelkontrolle, motorische Einschränkungen oder Sehschwächen lassen sich durch technische Hilfsmittel teilweise ausgleichen. Diese Systeme sind an unserer Förderschule etabliert und ein fester Bestandteil des Unterrichts und der begleitenden Therapie.

Collaborative Classroom ermöglicht mehr Teilhabe

Größeres Neuland sind für uns noch die Möglichkeiten des Collaborative Classroom für die digitale Inklusion. Meine Erfahrungen der ersten Wochen und Monate waren durchweg positiv. Die Schüler freuen sich über jede Stunde in dem neuen Klassenraum. Besonders mit Tablets und den digitalen Tafeln arbeiten sie ohne Hadern und unermüdlich. Bei Arbeitsblättern oder klassischen Schulbüchern sind Ausdauer und Motivation spürbar kleiner. Erstaunlicherweise hat die Faszination für die neue Technik auch nach den ersten Monaten nicht nachgelassen – das gilt sowohl für die „stärkeren“ als auch für die „schwächeren“ Schülerinnen und Schüler. Für mich als Pädagogen ist das eine tolle Erfahrung.

Auch für die Zusammenarbeit in den heterogenen Lerngruppen sind die Technologien ein echter Gewinn. Gerade Schüler, die Schwierigkeiten beim Lesen haben, können sich durch die intuitive Bedienbarkeit der Hard- und Software viel stärker einbringen und übernehmen in den Gruppen mehr Verantwortung. Wie das kollaborative Lernen in meinem Geschichtsunterricht aussieht, habe ich bereits in dem letzten Blogbeitrag skizziert. Eine wichtige Grundlage für den Umgang mit den neuen Möglichkeiten ist die Alltäglichkeit von Tablets und Smartphones. Die Kinder kennen die iconbasierte Steuerung und die Prinzipien der Menü-Führung aus ihrer Freizeit. Dieses Wissen greifen wir immer wieder aktiv auf. Meine wichtigste Aufgabe als Pädagoge ist es, die digitalen Unterrichtsmaterialien so zu gestalten, dass alle Schülerinnen und Schüler mit den Inhalten arbeiten können. Für diese Binnendifferenzierung bietet das Internet viele tolle Quellen und Ansätze. Zum Beispiel nutze ich im Geschichtsunterricht gerne Erklärvideos auf YouTube oder Artikel zu aktuellen politischen Debatten.

Collaborative Classroom wird ein Therapieinhalt

Mittelfristig wollen wir die Vorteile des digitalen Klassenzimmers auch für die begleitende Therapie nutzen. Zum Beispiel greifen die Logopäden die Themen des Unterrichts in ihren Übungen auf. Zukünftig könnte die Therapie im Collaborative Classroom stattfinden. Auch die Ergotherapeuten üben schon heute gezielt mit den Hilfsmitteln der Schüler und wollen zukünftig die interaktiven Tafeln stärker einbinden. Dazu kommt noch die tägliche Mobilisierung der Schüler durch die Höhenverstellbarkeit der SMART Boards im Unterricht. Das aktiviert den Körper der Kinder und fördert ihre Konzentration. Auch das ist ein kleiner, aber durchaus wichtiger Beitrag zu einem besseren Unterricht.

 Bildquelle: Fabio Priano

2017-06-13T10:32:51+00:00

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