Im Austausch mit… Britta Liefländer

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Britta Liefländer ist Projektleiterin beim Deutschen Gründerpreis für Schüler, dem bundesweit größten Existenzgründerplanspiel von stern, ZDF, Porsche und den Sparkassen. Jährlich nehmen rund 1.000 Teams mit 5.000 Schülern ab 16 Jahren teil. Die Nachwuchsgründer spielen online auf einer digitalen Kommunikationsplattform und lernen, ihr „eigenes Ding“ durchzuziehen – von der Idee bis zum Businessplan.

Das Projekt kurz erläutert

Wir möchten junge Menschen neugierig auf Wirtschaft machen und das Gründungsklima in Deutschland verbessern. Digitale Bildung wird auch bei uns immer wichtiger, weil heute kaum ein Startup mehr ohne digitale Ideen und Konzepte auskommt. Die Schüler sollen eine tolle Geschäftsidee finden und dafür einen Businessplan entwickeln, der von der Jury unter echten Marktkriterien beurteilt wird. Im Trend liegen dabei zunehmend digitale Lösungen: Das Siegerteam 2015 erarbeitete zum Beispiel ein Konzept für eine Lernapp für Schüler und Studenten für naturwissenschaftliche Inhalte – ein Produkt, das es so auf dem Markt noch nicht gibt und eine reelle Chance hätte. Andere kreative Beispiele waren ein App-gesteuerter Futterautomat für Haustiere oder eine App, die aus Handgeschriebenem digitale Texte erstellt.

Wie ist das Projekt entstanden?

2000 sind wir als Startup-Werkstatt nach einer Pilotphase im Jahr 1999 mit immerhin 400 Teams in die erste offizielle Spielrunde gegangen. Seitdem ist einiges passiert. Die Schulen haben sich im Laufe der Jahre mehr und mehr geöffnet. Projektarbeit nimmt immer größere Teile des Unterrichts ein. Wir geben jungen Menschen die Chance, sich für eine Idee zu begeistern und sie im Team umzusetzen. Von Teilnehmern hören wir immer wieder: So viel Zusammenarbeit wie beim Deutschen Gründerpreis für Schüler habe ich in meiner ganzen Schulzeit nicht erfahren.

Was sind die Ziele?

Die Schüler lernen selbstständig und lösungsorientiert vorzugehen. Die Schulen bereiten mit der Teilnahme ihre Schüler auf die Wirtschafts- und Berufswelt vor und bauen Netzwerke zur örtlichen Wirtschaft auf. Letztendlich wird eine reelle Existenzgründung simuliert. Den Teams stehen dabei Lehrer, Coaches aus der Wirtschaft und Spielbetreuer zur Seite. Nicht die originellste Idee gewinnt, sondern das beste Geschäftskonzept.

Wo liegen Hürden oder Herausforderungen?

Was wir spüren: Schüler haben heute weniger Zeit als früher und eine riesige Auswahl an Freizeitangeboten. Hinzu kommt, dass ihr Zeitbudget aufgrund von Schulreformen (etwa G8 am Gymnasium) beständig gesunken ist. Entsprechend wichtig ist ein gutes Zeitmanagement, das die Teilnehmer im Wettbewerb lernen. Die Schüler beherrschen heute auch die digitalen Techniken sehr gut, präsentieren mutig und lernen früh, sich gut zu verkaufen.

Die größten Erfolge?

Besonders freuen wir uns natürlich, wenn aus ehemaligen Teilnehmern wahre Gründer werden. Ein paar Beispiele dieser Erfolgsgeschichten stehen auf unserer Website. Das Faszinierende ist, dass alle Teams Jahr für Jahr mit so viel Kreativität, Teamgeist und Engagement an ihre Geschäftsidee gehen, dass sich darüber automatisch ein Erfolg einstellt. Und sogar unsere Finanzexperten in der Jury sagen, dass sie solche Businesspläne gerne im realen Leben auf ihrem Schreibtisch hätten.

Wie soll es weitergehen?

Ich würde mir wünschen, durch den Wettbewerb künftig noch mehr Schüler für Wirtschaft und Unternehmertum zu begeistern. Denn ich weiß, jeder Jugendliche – auch der, der nicht unter den Top Ten landet – hat etwas fürs Leben gelernt und ist stolz auf seine Leistung.

Britta Liefländer

Britta Liefländer (Foto: privat)

Kontakt

Projektbüro Deutscher Gründerpreis für Schüler
Britta Liefländer

Am Baumwall 11
20459 Hamburg

Tel: +49 (0)40/37 03 – 73 15
E-Mail: lieflaender.britta@guj.de

2017-03-02T10:19:04+00:00