Im Austausch mit… Dietmar Kück

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Dietmar Kück ist Lehrer an der Stadtteilschule Oldenfelde, die am Hamburger Pilotprojekt „Start in die nächste Generation“ teilnimmt.
Unter dem Signet ‚BYOD in Schule‘ leitet und dokumentiert er das „Bring Your Own Device“-Projekt, bei dem seine Schüler ihre eigenen Smartphones, Tablets und Notebooks in den Unterricht mitbringen und dort zum Lernen benutzen.

Das Projekt kurz erläutert

Unsere Schule ist eine von sechs Schulen, die am Hamburger Pilotprojekt „Start in die nächste Generation“ teilnehmen. Ziel dieses Projekts ist es, digitale Medien sinnvoll in die Unterrichtskonzepte zu integrieren und so den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler zu verbessern.

Zugrunde liegt dabei der „Bring Your Own Device (BYOD)“-Ansatz. Das heißt, in zehn Klassen unserer Stadtteilschule testen Schüler und Lehrer, wie schülereigene Smartphones, Tablets und Notebooks für das Lernen im Unterricht und zuhause sinnvoll genutzt werden können

Wie ist das Projekt entstanden?

Meine Schule hat sich erfolgreich auf eine Ausschreibung der Behörde für Schule und Berufsbildung beworben. Unsere Schülerschaft ist sehr heterogen, daher benötigen wir mehr individualisierte Lernangebote. Gleichzeitig haben die Schülerinnen und Schüler ihr Smartphone in der Regel immer bei sich. Mit dem Projekt setzen wir diese Mini-Computer nun auch an der Schule sinnvoll ein.

Auf der Website dokumentiere ich die tatsächliche Umsetzung des Projekts an meiner Stadtteilschule. Dabei arbeite ich insbesondere Gelingensbedingungen heraus und übertrage diese auf eine Agenda Digitaler Bildung im Allgemeinen. Meine Plattform ‚BYOD in Schule‘ soll damit als eine Art Schnittstelle zwischen Projektplanung und täglicher, praktischer Arbeit in den Schulen dienen.

Was sind die Ziele?

Die Ziele sind neben Information, Transparenz und Vernetzung die Entwicklung von Unterricht in einer (und für eine) BYOD-Lernumgebung. Während des Projekts entsteht außerdem ein Ideen-Pool zum Thema „Bildung in einer digitalen Welt“. Für mich persönlich ist es besonders spannend, den gesamten Implementierungsprozess in einer Schule im Sinne des „digitalen Wandels als Teil eines Schulentwicklungsprozesses“ zu erarbeiten und zu dokumentieren.

Wo liegen Hürden und Herausforderungen?

Voraussetzung für das Projekt war es zunächst, die technische Infrastruktur zu schaffen, also breitbandiger Internetanschluss mit Jugendschutzfilter, WLAN und eine sichere Cloud. Außerdem galt es, das Einverständnis von Eltern sowie Schülerinnen und Schülern einzuholen. Manchmal sind es aber die kleinen Dinge, die hin und wieder mal Schwierigkeiten bereiten, zum Beispiel, dass der Login nicht klappt oder ein Gerät defekt ist. Natürlich besteht beim Einsatz des Smartphones im Unterricht auch Ablenkungsgefahr durch die sozialen Netzwerke und Spiele. Aber die Schülerinnen und Schüler lernen hierbei, diese Medien sinnvoll zu nutzen, und werden auf angemessenes Verhalten im Arbeitsleben vorbereitet.

Strukturell gesehen geht es beim Implementierungsplan vor allem darum, Illusionen zu beseitigen, Verbindlichkeiten zu schaffen und digitales Lernen systemisch in den Schulentwicklungsprozess einzuführen.

Erste Erfolge?

In mehr als zehn Klassen und zusätzlichen Kursen der Stadtteilschule Oldenfelde gehören Smartphone und Tablet genauso selbstverständlich auf den Schülertisch wie Schreibblock, Federtasche und Schulbuch. Mit dem Pilotprojekt erprobt Hamburg einen realistischen und allumfassenden Ansatz, wie sich Digitale Bildung in den Schulalltag integrieren lässt.

Wie soll es weitergehen?

Das Pilotprojekt endet im Sommer 2016. Danach wird es eine umfangreiche Abschlussstudie geben. An der Stadtteilschule Oldenfelde erarbeite ich zurzeit ein Konzept, wie wir Digitale Bildung in den Unterrichtsalltag der kompletten Schule integrieren können – also für alle Schülerinnen und Schüler, alle Klassen, alle Lehrkräfte. Mittelfristig möchte ich zudem ein Beratungsangebot für andere Schulen aufbauen, die Digitale Bildung in die Schulentwicklung implementieren möchten.

Dietmar Kück

Dietmar Kück (Foto: privat)

Kontakt

Dietmar Kück
Meiendorfer Mühlenweg 120b
22159 Hamburg

Mobil: +49 172 405 90 90
dk@schulbyod.de

www.schulbyod.de

2017-03-02T10:19:01+00:00