Zeitgemäßer Unterricht mit digitalen Werkzeugen für die Herausforderungen von morgen

Der digitale Wandel verändert das Lehren und Lernen an Schulen grundlegend: Nie wurde dies deutlicher als in den letzten Wochen. Seit Beginn der Schulschließungen vergeht kaum ein Tag, an dem digitale Bildung und die Digitalisierung von Schulunterricht nicht diskutiert werden. Wir vom Netzwerk Digitale Bildung begleiten und moderieren die Themen und Herausforderungen rund um zeitgemäßen Unterricht mit digitalen Werkzeugen seit nunmehr fünf Jahren und sind damit in Deutschland einer der Vorreiter in diesem Bereich.

Pädagogik vor Technik – nicht immer selbstverständlich

Seit unserer Gründung hat sich viel getan: 2015 war das Thema digitale Bildung in der Öffentlichkeit nur wenig präsent. Das Netzwerk Digitale Bildung formierte sich damals als loser Zusammenschluss von Experten. Die Initiative hierzu ging von unserem heutigen Förderpartner SMART Technologies aus. SMART Technologies entwickelt digitale Lernwerkzeuge für Schulen und erkannte in diesem Zuge früh, dass die bloße Ausstattung von Klassenräumen mit Whiteboards und anderer Technik nicht genügt, um Unterricht erfolgreich zu digitalisieren, sondern dass es dazu ganzheitlicher Konzepte bedarf.

In der öffentlichen Debatte sah es damals jedoch ganz anders aus: Leitgedanken, die heute selbstverständlich sind, waren noch nicht definiert. Diesen Diskurs hat das Netzwerk Digitale Bildung von Beginn an mitgeprägt und wichtige Impulse für die Grundprinzipien eines zeitgemäßen Unterrichts gegeben. Dazu gehört an erster Stelle „Pädagogik vor Technik“, das heißt, zeitgemäßen Unterricht mit digitalen Werkzeugen im Sinne der pädagogischen Ziele effizient zu gestalten.

Entscheidend für den Erfolg dieser Grundlagenarbeit war, dass sich das Netzwerk Digitale Bildung von Anfang an als integrative Gemeinschaft verstanden hat. Wir haben die verschiedensten Meinungen in die Diskussion integriert, vorhandene Befürchtungen stets ernst genommen und durch unsere Arbeit zur Aufklärung und der dauerhaften Überwindung von Unsicherheiten in Fragen der digitalen Transformation von Schulen beigetragen.

Brückenbauer für digitale Bildung

Dieser integrative Ansatz prägt die Arbeit des Netzwerks Digitale Bildung bis heute. Wir verstehen uns als Plattform und Brückenbauer. Das bedeutet für uns vor allem, Pädagogik und Technik zusammen an einen Tisch zu bringen.

Denn in der Praxis sind verschiedene Akteure an der Gestaltung und Umsetzung von zeitgemäßem Unterricht mit digitalen Werkzeugen beteiligt. Lehrkräfte, Schulen, Schulträger, Hersteller von Technik, Händler, Entscheider auf kommunaler Ebene und Bildungsforscher: eine Vielzahl an Personen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen arbeiten oft zum ersten Mal in dieser Konstellation zusammen, um gemeinsam die Rahmenbedingungen für zeitgemäßen Unterricht mit digitalen Werkzeugen in ihrem Umfeld zu schaffen. Einige Beteiligte kommen dabei auch zum ersten Mal mit der technischen oder pädagogischen Seite in Berührung – eine neue Herausforderung für alle. In diesem Prozess wollen wir Moderator sein, Berührungsängste abbauen und so helfen, digitale Bildung in Deutschland weiter zu fördern.

Netzwerk kommt von Vernetzung

Denn dies ist die Mission, die alle Expertinnen und Experten, die sich im Netzwerk Digitale Bildung engagieren, eint: ein Bewusstsein für das Thema digitale Bildung in Deutschland zu schaffen und den zeitgemäßen Unterricht mit digitalen Werkzeugen weiter voranzubringen. Die Organisationsform als Netzwerk ohne institutionellen Charakter ist dabei bewusst gewählt: So können wir auf Veränderungen im dynamischen Feld der Digitalisierung schnell reagieren.

Mit neu aufkommenden Themen kann sich das Netzwerk Digitale Bildung dank der breit aufgestellten Experten-Community flexibel und pragmatisch auseinandersetzen. Fachleute aus Forschung und Wissenschaft tragen dazu bei, dass alle verfügbaren Inhalte stets wissenschaftlich fundiert sind. Förderpartner aus der Wirtschaft bringen die notwendige technische Expertise ein und unterstützen das Netzwerk Digitale Bildung gleichzeitig finanziell. Dabei handelt es sich nicht um einen exklusiven Kreis. Weitere Förderpartner sind uns jederzeit willkommen.

Viel erreicht: Angebote des NDB heute

Seit der DigitalPakt Schule in Kraft getreten ist, hat sich der vorher schon enorme Informationsbedarf zum Thema zeitgemäßer Unterricht mit digitalen Werkzeugen nochmals deutlich erhöht. Digitale Bildung ist endgültig in den Mittelpunkt der Debatte um die Zukunft Lehren und Lernen gerückt.

Um in diesem Kontext allen, die sich mit den Möglichkeiten digitaler Bildungslösungen auseinandersetzen, neue Impulse zu liefern und sie zu ermutigen, den Weg zu einem zeitgemäßen Unterricht zu beschreiten, bietet das Netzwerk Digitale Bildung heute zahlreiche Informationsangebote mit Ratschlägen, Tipps und Best Practices aus dem Schulalltag.

Wegweiser Digitale Bildung 3.0 und Experten-Community

Soeben ist unser Wegweiser Digitale Bildung 3.0 ist in einer erweiterten und aktualisierten Auflage erschienen. Das wohl meistgefragte Nachschlagewerk zum Thema digitale Bildung in Deutschland gibt einen Orientierungsrahmen, wie zeitgemäßer Unterricht mit digitalen Werkzeugen organisiert und umgesetzt werden kann.

Bei tiefergreifenden Fragen stehen die Experten in unserer Community gerne allen Interessierten zur Verfügung. Das Netzwerk Digitale Bildung berät gerne bei der Umsetzung von individuellen Projekten, gleich, ob diese einen eher pädagogischen oder technischen Hintergrund haben. Auch bei Querschnittsthemen stehen wir allen Ratsuchenden gerne zur Seite.

Vernetzung ist uns wichtig – sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene. Viele Länder sind Deutschland in der Umsetzung von digitaler Bildung weit voraus. Unter dem Motto „Digitalisierung ohne Grenzen“ bieten wir daher Angebote zur internationalen Vernetzung, um sich durch Best Practices aus anderen Ländern für die eigene Arbeit inspirieren zu lassen.

Wir haben noch viel vor: Zukunft digitale Bildung

In einer Welt, die im ständigen Wandel begriffen ist, entwickelt sich auch digitale Bildung kontinuierlich weiter. Mit diesem Wandel wollen wir Schritt halten, sowohl inhaltlich als auch strukturell.

Inhaltlich wollen wir uns verstärkt dem Thema Fortbildung für Lehrkräfte im Bereich digitale Medien widmen. Auch in Zeiten der Digitalisierung von Schulunterricht sind und bleiben Lehrkräfte der entscheidende Faktor für den Lernerfolg der Schülerinnen und Schüler. Digitale Bildung findet letztendlich überall statt: an Hochschulen, beruflichen Schulen und in Unternehmen. Für diese Felder wollen wir uns weiter öffnen.

Gleichzeitig wollen wir der föderalen Struktur unseres Bildungswesens in Zukunft noch besser Rechnung tragen und unsere Angebote vermehrt auch lokal ausrichten – sei es durch die Präsenz von Experten vor Ort oder regionale Angebote wie beispielsweise Workshops.

Der Vernetzung wollen wir uns intensiver widmen und den Austausch zwischen unterschiedlichen Akteuren noch stärker fördern. Entscheider aus Städten und Kommunen sind vielerorts in die Beschaffung für Schul-IT eingebunden, mit den Rahmenbedingungen und Bedürfnissen der Schulen aber kaum vertraut. Hier wollen wir informieren und unterstützen, um den Prozess so reibungslos wie möglich zu gestalten.

Wo das Netzwerk Digitale Bildung in 5 Jahren stehen wird? Angesichts der rasanten Entwicklung in den vergangenen Wochen seit Beginn der Schulschließungen bleiben wir gespannt. Neue Förderpartner haben gerade in den letzten Monaten frische Dynamik in das Netzwerk gebracht und unterstützen uns mit ihren Angeboten, Schülerinnen und Schüler auf die Herausforderungen einer digitalisierten Arbeitswelt vorzubereiten. Eins ist sicher: Digitale Bildung bleibt eine Gestaltungsaufgabe mit offenem Ausgang – an der wir weiter mitwirken wollen.

Kontakt

Edith Laga, Botschafterin für Beschaffung

„Wir müssen junge Menschen befähigen, ihren schlauen Kopf in der digitalen Welt einzusetzen! Denn wenn Wahlen in Demokratien in sozialen Netzwerken gewonnen und verloren werden können, dann muss es für uns eine logische Konsequenz sein, die Medienkompetenz und auch die Medien-Kritikfähigkeit der jungen Leute aufzubauen. Und damit können wir nicht früh genug beginnen.“

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„Das Netzwerk war von Anfang an mutig und wird auch weiterhin mutig sein. Dazu gehört eine Portion Kreativität, und die ist von den Rückmeldungen gespickt, die wir von Forscherinnen und Forschern …“

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