Die Digitalisierung soll Einzug an Deutschlands Schulen halten. Mit der Förderinitiative Digitalpakt Schule erhalten Bildungseinrichtungen einen ersten finanziellen Anstoß von Bund und Ländern, um ihre Infrastruktur zu modernisieren. Der Blog-Beitrag beantwortet die wichtigsten und grundlegenden Fragen, mit denen sich Schulverantwortliche im Zusammenhang mit dem Digitalpakt beschäftigen sollten.

YouTube-Videos im Musikunterricht abspielen, Lernsoftware auf Tablets nutzen oder jederzeit und von überall drahtlos auf den Schulserver zugreifen: Es ist unbestreitbar, dass digitale Hilfsmittel den Lernerfolg nachhaltig sichern können. Doch viel zu oft scheitert es schon an grundlegenden Dingen wie einem flächendeckenden Schul-WLAN. Mit dem Digitalpakt wollen Bund und Länder eine Zeitenwende einläuten und die Digitalisierung in unseren Schulen voranbringen. Für dieses viel zu lange stiefmütterlich behandelte Thema stehen nun bis 2023 insgesamt 5 Milliarden Euro zur Verfügung – davon werden alleine in dieser Legislaturperiode rund 3,5 Milliarden Euro abgerufen.

Wie kommt das WLAN in die Schule?

Viele Schulverantwortliche stellen sich nun die berechtigte Frage, wie man möglichst schnell an diese willkommene Finanzspritze gelangt. Ganz unkompliziert ist es leider nicht. So knifflig, wie der Weg zum Beschluss des Digitalpakts war – viele erinnern sich sicherlich an das Gerangel um die notwendige Verfassungsänderung –, so geht es für alle Beteiligten auch weiter.

Die Finanzmittel, die übrigens aus dem Sondervermögen „Digitale Infrastruktur“ kommen, werden nach dem Königsteiner Schlüssel an die Bundesländer verteilt. Damit richtet sich die Verteilung zu zwei Dritteln nach dem Steueraufkommen und zu einem Drittel nach der Bevölkerungszahl des jeweiligen Bundeslandes. Das vom Bund bereitgestellte Geld fließt also in einem ersten Schritt an die Länder und von dort an die Schulträger. Wichtig: Nur Schulträger können die Fördermittel beantragen. Schulen können keine Anträge bei den zuständigen Stellen einreichen. Sie müssen zunächst ihren Bedarf beim zuständigen Träger melden.

Förderrichtlinien der Länder

Ganz essenziell für die Mittelvergabe sind die Förderrichtlinien der einzelnen Bundesländer. Ohne diesen Rahmen läuft erst einmal nichts. Die Förderrichtlinien definieren unter anderem, wo und ab wann die Anträge gestellt werden können und wer gefördert wird. Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen haben bereits Richtlinien veröffentlicht. Bayern, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern werden in Kürze nachziehen. Die restlichen Bundesländer befassen sich derzeit mit der Abstimmung. Einen schönen Überblick über den „Stand der Dinge“ gibt die Webseite des Bundesministeriums für Bildung und Forschung.

Wann die ersten Gelder dann tatsächlich an die Schulträger und Schulen fließen, darüber kann man zwar keine verbindliche Aussage treffen, dennoch lohnt es sich bereits jetzt, das Thema Schul-WLAN genauer zu betrachten.

Holen Sie sich Unterstützung!

Bevor Schulen und Schulträger nun Hals über Kopf losstürzen und Anträge stellen, sollten ein paar Dinge bedacht werden. Eine Grundvoraussetzung, um überhaupt für eine Förderung in Frage zu kommen, ist, dass Schulen ein technisch-pädagogisches Konzept erarbeiten und nachweisen. Vielen Schulen und auch Schulträgern bereitet gerade dieser Punkt Kopfzerbrechen. Klar, pädagogisches Wissen dürfte in Hülle und Fülle vorhanden sein. Technisches Wissen und Erfahrung, wie ein Drahtlosnetzwerk in einer Schule realisiert wird, fehlt häufig. Deshalb mein Tipp für Sie: Holen Sie sich einen professionellen Partner an Ihre Seite! Es gibt Fachhändler und Systemhäuser, die bestens mit den Anforderungen von Schulnetzen vertraut sind. Diese begleiten Sie von der Planung über die Beantragung bis zur Umsetzung auf ihrem Weg zu einem leistungsstarken Schulnetz. Gleichzeitig entlastet ein solcher Partner an Ihrer Seite vor allem die eigenen Lehrkräfte, die heute vielerorts auch technische Aufgaben übernehmen müssen, obwohl sie sich eigentlich auf das Vermitteln von Lerninhalten konzentrieren sollten.

Ein professioneller Partner an Ihrer Seite sorgt am Ende nicht nur dafür, dass Ihr Netzwerk richtig dimensioniert ist und entsprechend lange zukunftsfähig bleibt, er bietet sich auch als langfristiger Dienstleister für die Verwaltung und Überwachung des WLANs an. Die Punkte Wartung, Management und Monitoring sollten unbedingt geklärt werden, bevor das Drahtlosnetzwerk in die Schule kommt – also bereits in der Konzeptionsphase. Auch in diesem Bereich sind Fachhändler und Systemhäuser Experten. Sie können nach einer erfolgten Planung auf dem „Reißbrett“ sehr genau sagen, welche Folgekosten auf Schulen oder Schulträger zukommen.

Flexibel bleiben

Schulnetze unterscheiden sich in ganz wesentlichen Punkten von herkömmlichen Vernetzungsprojekten. So ist der sogenannte „Rollout“ eines flächendeckenden Netzes in Schulen eigentlich nur in den Ferienzeiten sinnvoll umsetzbar. Auch bei den Konzepten sollten Sie flexibel sein. Jeder Ansatz bringt individuelle Vor- und Nachteile mit sich. Sollen die Schülerinnen und Schüler beispielsweise mit schuleignen Tablets ausgestattet werden? Oder sollte lieber Bring-your-own-Device etabliert werden und jeder Schüler sein eigenes Endgerät nutzen? Oder wählt man am besten einen Mittelweg aus beiden Ansätzen? Die Fragen sind durchaus berechtigt! Denn Endgeräte werden nur über den Digitalpakt gefördert, wenn bereits ein WLAN vorhanden ist. Ist dies nicht der Fall, muss das Netz zuvor mittels Fördergelder aufgebaut werden.

Auch beim Management des Netzes gibt es verschiedene Möglichkeiten. Hier bevorzugen die einen den klassischen Weg über einen WLAN-Controller, die anderen setzen auf moderne Hilfsmittel mit denen das WLAN softwaredefiniert und hochautomatisiert über einen Cloud-Dienst verwaltet wird.

Die zweite Option ist aus meiner Sicht der für Schulen und auch Schulträger geeignetere Weg, da dieser viel stärker die Zukunftsfähigkeit und Skalierbarkeit des Netzwerks berücksichtigt. Frei nach dem Motto: Mein Netzwerk wächst mit meinen Anforderungen.

Sicherheit und Datenschutz nicht vergessen

Bei Sicherheit und Datenschutz werden viele Schulen hellhörig, denn der Schutz sensibler personenbezogener Daten ist dort genauso wichtig wie in Unternehmen. Hier spielen ganz unterschiedliche Fragen eine Rolle. Benötige ich zum Beispiel eine Netztrennung? Ist der Einsatz von Firewalls als erweiterter Schutz sinnvoll? Wie vertrauenswürdig sind die eingesetzte Hardware bzw. der Hersteller meiner Komponenten? Wo werden Cloud-Dienste gehostet, mit denen ich mein Netzwerk verwalte? Welche Datenschutzstandards gelten für meinen Anbieter? Sie sehen, Sicherheit und Datenschutz sind keine Themen, die man vernachlässigen kann. Sie sollten möglichst früh betrachtet werden.

In meinem Beitrag dürfte deutlich geworden sein, dass es sich lohnt, das Projekt Schul-WLAN gewissenhaft vorzubereiten. Scheuen Sie sich nicht, bei Bedarf professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Eine sorgfältige Planung ist hier – wie so oft im Leben – schon die halbe Miete. Wenn Sie konkrete Fragen zu Ihrem Projekt haben oder gerne Ideen teilen möchten, nehmen Sie einfach Kontakt zu mir auf. Ich stehe Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Über den Autor

Botschafter für Beschaffung

Dirk Hetterich ist seit elf Jahren im Bereich Bildung aktiv unterwegs in unterschiedlichen Funktionen und engagiert sich beim Netzwerk digitale Bildung, dem didacta Verband und dem Bündnis für Bildung. Er verfügt über weitreichende Projekterfahrung, berät und unterstützt Bildungseinrichtungen mit seiner Expertise beim Auf- und Ausbau der lokalen Infrastruktur für digitale Bildungskonzepte.

Kontakt:

LANCOM Systems GmbH
Adenauerstrasse 20
52146 Würselen



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