Wenn etwas Spaß macht, dann kann man dort viel Zeit und Energie einbringen. Warum also diesen Anspruch nicht für das Lernen nutzen? Oder bei neuen, unbekannten Aufgabengebieten? Die Freude an neuen Dingen, der natürliche Entdeckerdrang und Wissensdurst von Kindern lassen sich im spielerischen Lernansatz besonders gut erhalten. Neueste Studienergebnisse aus Untersuchungen über fünf Jahre belegen, wie sich spielerisches Lernen gestaltet und welche Faktoren dabei so wichtig sind.

Spielerisches Lernen auf dem Prüfstand

In Kita und Kindergarten ist das spielerische Lernen eine Selbstverständlichkeit und als Methode zur Entwicklung ganzheitlicher Fähigkeiten anerkannt1. Im spielerischen Lernen sind Kinder ganz im Spiel vertieft und lernen dabei – fast schon unbewusst – eine Vielzahl neuer Fähigkeiten und Kompetenzen. Typische Beispiele aus dem Kindergarten sind Rollenspiele in der Spielküche, Tiernachahmungen oder altersangepasste Experimente. Ganz anders sieht es in der Schule aus. Hier werden meist andere didaktische Ansätze verfolgt und dem spielerischen Lernen wird weniger Platz eingeräumt.

Die Forschergruppe der LEGO® Foundation, also dem Stiftungszweig der LEGO Gruppe, wollte es ganz genau wissen und hat zusammen mit internationalen Universitäten die Bedeutung und die Merkmale des spielerischen Lernens in einer fünfjährigen Forschungsinitiative wissenschaftlich untersucht.2 Aus insgesamt 50 pädagogischen Ansätzen, die als effektive Lehrmethoden angesehen werden, wählten sie acht ganzheitliche pädagogische Konzepte aus, die schülergesteuertes, lehrergesteuertes und angeleitetes Lernen kombinieren. Dies sind: aktives Lernen, kooperatives Lernen, erfahrungsbasiertes Lernen, entdeckendes Lernen, forschendes Lernen, problembasiertes Lernen, projektbasiertes Lernen und die Montessori-Pädagogik.

Im nächsten Schritt überprüften die Forscher, in wie weit die acht anerkannten Ansätze Überschneidungen zum spielerischen Lernen aufweisen. Die Ergebnisse zeigen, dass sie viele Merkmale des spielerischen Lernens aufweisen und dass es sich beim spielerischen Lernen um einen ganzheitlichen und sehr effektiven pädagogischen Ansatz handelt, mit dem die Schüler eine breite Palette an Fähigkeiten und fachliches Wissen erwerben können.

Dabei machen die Forscher deutlich, dass spielerisches Lernen in der Schule nicht mit freiem Spiel gleichzusetzen ist, sondern eine Kombination aus spielerischen, kindgerechten Aktivitäten und der Unterstützung durch Lehrkräfte ist. Damit folgen sie der Definition von Weisberg, Hirsh-Pasek & Golinkoff.3

Fünf Merkmale des spielerischen Lernens

Schon vor Veröffentlichung der Studienergebnisse hat die LEGO Foundation in Zusammenarbeit mit Bildungsexperten fünf Merkmale herausgearbeitet, die das spielerische Lernen kennzeichnen:

  • Bedeutung: Spiel mit Realitätsbezug schafft neue Erkenntnisse
  • Sozialer Austausch: Voneinander lernen und Beziehungen aufbauen
  • Spaß: Motiviert für neue Herausforderung
  • Aktives Mitmachen: Verbessert Fokussierung und Konzentration
  • Wiederholung: Fördert neue Ideen und Lösungsansätze

Produktentwicklung auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse über die Merkmale und Potenziale des spielerischen Lernens hat LEGO Education, der pädagogische Teil der bekannten LEGO Gruppe, in sein neuestes Lernkonzept für den MINT Unterricht in den Klassen 6 bis 8 einfließen lassen. Mit SPIKETM Prime können die Schüler kreative Modelle aus LEGO Elementen bauen und programmieren und damit eine Vielzahl spannender Aufgaben lösen.

Bei der Aufgabe „Aufräumhilfe“ geht es beispielsweise darum, ein Modell zu bauen und zu programmieren, das Gegenstände mit unterschiedlichem Gewicht und unterschiedlicher Größe aufheben kann. Die Schüler setzen sich dabei aktiv mit einem realen Thema aus dem Bereich Umwelt auseinander, arbeiten effektiv im Team zusammen und probieren verschiedene Lösungsweg aus. Der Spaß kommt bei dieser Aufgabe nicht zu kurz und trotzdem lernen die Schüler automatisch viel Neues über technische Prinzipien und Programmierbefehle.

Lehrkräfte sollten sich bewusst machen, dass ein aktives, praxisorientiertes und spielerisches Lernen eine der erfolgreichsten Möglichkeiten darstellt, um ihre Schüler auf die digitale Zukunft vorzubereiten. Es bleibt zu hoffen, dass dieser Ansatz in Deutschlands Schulen zukünftig auch mehr Freude am Lernen bereitet.

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Quellenangaben

1) Marbina, L., Church, A., & Tayler, C. (2011). Victorian early years learning and development framework: Evidence paper: Practice principle 6: Integrated teaching and learning approaches.

2) LEGOfoundation.com/schoolslearnthroughplay

3) Weisberg, D. S., Hirsh-Pasek, K., & Golinkoff, R. M. (2013). Guided play: Where curricular goals meet a playful pedagogy. Mind, Brain, and Education, 7, 104–112.