Kapitel 2: Aus- und Weiterbildung von Lehrenden

Wegweiser Digitale Bildung – Kapitel 2

Ein Wegweiser um:

  • die Bedeutung der Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte in digitalen Medien einzuschätzen
  • Lebenslanges Lernen von Lehrkräften zu begleiten
  • Fortbildungsangebote nachhaltig zu etablieren
  • sich schulübergreifend auszutauschen
  • bestehende Fortbildungsangebote zu finden

Grundlagen – Was muss ich wissen

Digitale Bildung an Schulen heißt, zeitgemäßen Unterricht mit digitalen Werkzeugen zu gestalten. Und zwar dort, wo sie sinnvoll und notwendig sind, um pädagogische Ziele effektiver zu erreichen. Digitale Bildung bedeutet aber auch, Lebenslanges Lernen für die Lehrenden. Neben pädagogischem Konzept und der passenden technologischen Ausstattung ist die Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte ein wichtiger Schlüsselfaktor.

Lehrkräfte sehen Vorteile im Einsatz digitaler Medien

Die Lehrerinnen und Lehrer stehen digitalen Medien offen gegenüber. Schon im Jahr 2016 ergab eine Studie des IT-Branchenverbands BITKOM, dass Lehrkräfte große Vorteile durch den Einsatz digitaler Medien im Unterricht sehen und diese auch gerne häufiger einsetzen würden. Etwa, weil sie so Lehrinhalte um aktuelle Informationen ergänzen können (98 Prozent), durch den Einsatz eine höhere Motivation der Schüler sehen (96 Prozent) oder Inhalte und Zusammenhänge mit Hilfe digitaler Medien besser darstellen können (89 Prozent). Auch Spaß am Einsatz digitaler Medien (74 Prozent), die dadurch mögliche individuellere Ansprache der Schüler (64 Prozent) und die Förderung der Zusammenarbeit (60 Prozent) nennen die Umfrageteilnehmer als Gründe.

Doch noch sind Inhalte und Methoden Digitaler Bildung im Studium und in der Weiterbildung von Lehrkräften zu wenig vertreten. Dies liegt vor allem an unzureichenden Ressourcen für die notwendige Weiterbildung. Das ist einer der Gründe, warum heute nur rund zehn Prozent der Lehrer digitale Medien einsetzen, die kreatives, individuelles oder interaktives Lernen fördern, sagt der Monitor Digitale Bildung der Bertelsmann Stiftung vom September 2017. Einheitliche Regelungen zur Fortbildung in Digitaler Bildung von Lehramtsstudierenden und Lehrkräften, die bereits im Berufsleben stehen, gibt es noch nicht.

Lehrerfortbildung braucht Standards

Der Digitalverband BITKOM fordert in seinen Handlungsempfehlungen für den Bildungsstandort Deutschland im Januar 2018 ein Umdenken, vor allem bei Unterrichtsmethoden und -formaten: „Für die Lehrerausbildung sollten die Kultusministerkonferenz und die Hochschulrektorenkonferenz Standards in Form eines gemeinsamen Empfehlungspapiers definieren. Insgesamt müssen methodisch-didaktische Fähigkeiten – auch im Umgang mit digitalen Technologien – während der Lehrerausbildung in den Vordergrund rücken.“

Und auch im weiteren Berufsleben gelte es, dass sich Lehrkräfte stets weiterbilden. Hierzu nutzen Lehrkräfte selbst immer häufiger digitale Medien und steuern meist selbst, wann und wo sie sich mit dem Lernstoff beschäftigen möchten. Problematisch an diesem selbstorganisierten informellen Lernen ist, dass es sich häufig auf die Freizeit der Lehrkräfte verlagert.

Lehrerfortbildung braucht Pflichtweiterbildungen

Stattdessen braucht es Pflichtweiterbildungen und mehr Freiräume für Lehrkräfte, um sich regelmäßig fortbilden zu können. Experten, wie die Mitautorin der ICILS-Studie, Dr. Heike Schaumburg, verlangen, digitale Medien zu einem festen und verpflichtenden Bestandteil der Aus- und Weiterbildung in Deutschland zu machen. Schulleitungen spielten eine entscheidende Rolle, denn sie müssten die Rahmenbedingungen schaffen, zum Beispiel den Lehrkräften Freiräume gewähren, wenn diese im Bereich der Digitalen Bildung etwas Neues ausprobieren möchten.

Auch um finanzielle Unterstützung zu erhalten, ist es wichtig, dass Schulleitungen ein Konzept zur Qualifizierung und Fortbildung vorlegen. Denn im DigitalPakt Schule machen Bund und Länder deutlich: Es gibt keine Förderung ohne Konzept. Deshalb gehört die Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte auch als wesentlicher Bestandteil in den Medienentwicklungsplan (siehe Kapitel 3: Medienentwicklungspläne) einer jeden Schule.

Ratgeber – Was kann ich tun

Es wird noch dauern, bis einheitliche Regelungen fest stehen. Dennoch sollten Schulleiter und -träger jetzt schon eine Fortbildungskultur zur Nutzung neuer Bildungslösungen an der eigenen Schule etablieren. Schließlich entwickeln sich Technik und Trends rasant weiter – da gilt es, auf dem Laufenden zu bleiben, um Wissensvermittlung und pädagogische Ziele in die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen einzubinden.

Um jetzt schon mit der Aus- und Weiterbildung von Lehrenden zu beginnen, empfehlen sich drei wesentliche Schritte:

  • Fortbildungskultur etablieren in drei Phasen
  • schulübergreifenden Austausch anregen
  • verfügbare Lehr- und Lerninhalte nutzen

Fortbildungskultur etablieren in drei Phasen

Für die kontinuierliche Fortbildung zu neuen digitalen Bildungswerkzeugen und neuen didaktisch-methodischen Unterrichtskonzepten haben sich drei Phasen etabliert:

1. Phase: Profis übernehmen Einführung zum Einstieg

Hersteller und Technikdienstleister übernehmen die Einweisung in neue Geräte und Software. Dafür stellen sie einen zertifizierten Trainer zur Verfügung, der die technischen Grundlagen bei Inbetriebnahme erklärt und Multiplikatoren aus den einzelnen Fachschaften schult. Lehr- und Lernmaterialien, wie Handbücher oder Webinare, unterstützen das Einstiegstraining.

2. Phase: Technische Schulungen für alle

Zu Multiplikatoren geschulte Lehrkräfte oder ein Trainer des Herstellers führen das gesamte Kollegium in die neue Soft- und Hardware ein. Alle Lehrerinnen und Lehrer werden so auf den Unterrichtsalltag mit den neuen interaktiven Whiteboards oder Flatpanels, geeigneter Lernsoftware, der Schulcloud oder vernetzten Messgeräten vorbereitet.

Sie lernen Möglichkeiten der Unterrichtsvorbereitung kennen und erproben Anwendungen. Zur Vertiefung eignen sich Handbücher, Webinare oder Video-Tutorials.

Tipp: Nicht alle Kollegen sind auf dem gleichen Wissensstand. So kann es sinnvoll sein, Pakete zu schnüren für Einsteiger, Fortgeschrittene und Spezialisten – so bleibt es für alle spannend.

Wichtig! Es ist ratsam, die Grundlagen-Schulungen regelmäßig anzubieten – zur Einarbeitung von neuen Lehrkräften sowie zur Auffrischung und für neue Impulse für alle anderen.

3. Phase: Didaktisch-methodische Vertiefung

Hat sich die neue Hard- und Software im Schulalltag etabliert, beginnt die Fortbildungsphase der didaktisch-methodischen Vertiefung. Diese individualisierten Weiterbildungen finden meist in Kleingruppen und innerhalb der Fachschaften statt. Die Referenten sind hier meistens selbst Pädagogen mit viel Erfahrung und entsprechendem didaktischen Hintergrund.

Gemeinsam erarbeiten die Beteiligten kleine Projekte oder probieren neue methodische Ansätze aus. Dabei werden die technischen Möglichkeiten mit den aktuellen Inhalten der Lehrpläne und curricularen Vorgaben verknüpft und so konkrete Hilfestellungen für den Unterrichtsalltag erarbeitet. Die hohe Praxisnähe erhöht die Chance, dass die neuen Medien den Sprung ins Klassenzimmer schaffen.

Im Erfahrungsaustausch im Kollegium profitieren im besten Fall auch andere Kollegen und Fachschaften.

Eine weitere Idee wäre es, regelmäßige Workshops mit dem eigenen Kollegium und mit Gästen von anderen Schulen durchzuführen.

Schulübergreifenden Austausch anregen

Niemand muss warten, bis von Länderseite Fortbildungen angeboten werden. Jeder kann selbst aktiv werden. So vernetzen sich immer mehr Lehrkräfte und tauschen sich zu ihren Erfahrungen mit digitalen Medien im Unterricht aus.

Zahlreiche Formate fördern diese sinnvolle Entwicklung – im Netz und analog:

  • Massive Open Online Courses (MOOCs)
  • Webinare
  • Twitterlisten und -veranstaltungen
  • E-Lectures
  • Foren
  • Blogs
  • Events

Auch das Netzwerk Digitale Bildung stellt auf seiner Website verschiedene kostenlose Angebote für Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung:

  • Internationales Lehrernetzwerk
  • Methodenpool mit Unterrichtsmethoden für verschiedene Klassenstufen und Fächer, von Pädagogen selbst erprobt
  • Liste mit Fortbildungsangeboten für Lehrkräfte
  • Interview mit einem Lehrer über eine schulinterne berufsbegleitende Fortbildung „Digitale Bildung“

Bereits verfügbare Lehr- und Lerninhalte nutzen

Wer nach guten Materialien für den digitalen Unterricht sucht, kann auf selbst erstellte Unterrichtsmaterialien aus dem Kollegium, auf digitale Bildungsmedien von Schulbuchverlagen oder auf freie Lehr- und Lernmedien zurückgreifen.

1. Selbst erstellte Unterrichtsmaterialien

Für Lehrmethoden wie das Stationen-Lernen und die Projektarbeit ist selbst erstelltes Unterrichtsmaterial oft die beste Lösung. Gleiches gilt für einen binnendifferenzierten Unterricht in heterogenen Lerngruppen.

Um die eigenen bewährten Unterrichtsmaterialien Fachschaftskollegen zur Verfügung zu stellen und damit Ressourcen zu bündeln, bietet sich die Nutzung von Cloud-Anwendungen oder der Austausch über einen Schulserver an. Beliebte Anbieter dafür sind Lo-Net2 oder Moodle.

Parallel dazu arbeiten mehrere Initiativen an standardisierten Cloud-Anwendungen für Schulen. So hat das Hasso-Plattner-Institut (HPI) zum Beispiel zusammen mit MINT-EC, dem nationalen Excellence-Schulnetzwerk von knapp 300 Schulen bundesweit, und unterstützt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im September 2017 eine Schul-Cloud präsentiert. Sie wird derzeit im Pilotprojekt getestet. Die Schul-Cloud soll die technische Grundlage schaffen, dass Lehrkräfte und Schüler in jedem Unterrichtsfach auch moderne digitale Lehr- und Lerninhalte nutzen können, und zwar so, wie Apps über Smartphones oder Tablets nutzbar sind.

2. Digitale Bildungsmedien von Schulbuchverlagen

Schulbuchverlage haben sich auf die Digitalisierung der Schulen eingestellt. Viele Schulbücher und Zeitschriften gibt es mittlerweile in digitaler Form, ergänzt um interaktive Lerninhalte wie Online-Tests oder Videos für den Unterricht. Außerdem stellen zahlreiche Verlage in eigenen Portalen Unterrichtsmaterialien zur Verfügung. Ein Beispiel dafür sind Webinare und Materialien zum Brexit als Thema im Englisch-Unterricht. Der regionale Vertrieb der Schulbuchverlage informiert über das Angebot. Genutzt werden kann auch das verlagsübergreifende Portal Bildungslogin, das (kostenpflichtige) Materialien verschiedener Verlage mit einem Login zugänglich macht.

3. Freie Lehr- und Lernmedien

Eine Quelle für den digitalen Unterricht sind die sogenannten Open Educational Resources (OER), also offen lizenzierte Lehr- und Lernunterlagen. Ergänzend zu Schulbüchern können die Grafiken, Arbeitsblätter, Filme oder ganze Unterrichtsstunden mit Creative Commons-Lizenz, die eine freie Nutzung unter bestimmten Bedingungen regelt, genutzt werden.

Manche Portale wie 4teachers.de haben sich auf den Austausch von Lehrkräften untereinander spezialisiert – über Schul- und Ländergrenzen hinweg. Ein anderes Modell ist das Projekt segu – selbstgesteuert-entwickelnder Geschichtsunterricht. Das Historische Institut der Universität zu Köln stellt dabei freie Unterrichtsentwürfe bereit, die sich für die Gruppenarbeit im offenen Geschichtsunterricht eignen.

Tipp: Eine Übersicht über freie Lehr-und Lernmedien-Angebote bietet die Informationsstelle OER des Bundesministeriums für Bildung und Forschung. Auch das Netzwerk Digitale Bildung stellt auf seiner Website verschiedene kostenlose Angebote für Lehrerinnen und Lehrer zur Verfügung ( s. o.).

Die 4ER-Methode

Um eine technische Lösung dauerhaft zu nutzen, muss der Anwender den praktischen Nutzen spüren und sie leicht und ohne Hürden anwenden können. Dabei unterstützt beispielsweise die 4ER-Methode. Vier Ebenen bauen aufeinander auf:

1. Geräte ERsetzen:

Wer ein neues Gerät erhält, benutzt es zunächst mit den bisher bekannten Funktionen des alten.

2. Funktionen ERgänzen:

Ein neues Gerät macht noch keinen Mehrwert aus, wenn lediglich die Funktionen des alten übernommen werden. Nur wer weiß, was ihm das Neue bringt, kann es entsprechend erweitert anwenden.

3. Prozesse ERweitern:

Die Einsatzszenarien des neuen Geräts werden auf die Fähigkeiten der Technik hin optimiert. Wer weiß, was das neue Gerät alles kann, dem eröffnen sich neue Möglichkeiten, um es einzusetzen.

4. Die Art des Arbeitens ERneuern:

Der Einsatz neuer technischer Lösungen birgt Chancen – individuell, aber auch für das ganze Kollegium. Es kann die Art des Zusammenarbeitens und Kommunizierens verändern.

Best Practice – Beispiele aus der Praxis

Beispiel: Fortbildung auf Landesebene
Peer-2-Peer Coaching-Programm des NLQ

Das NLQ ist das Lehrerfortbildungsprogramm der Landesschulbehörde von Niedersachsen. Hier bilden geschulte Trainerinnen und Trainer interessierte Lehrkräfte aller Schulformen prozessbegleitend zu Multiplikatoren an der eigenen Schule aus. Als Berater auf Augenhöhe helfen diese dann ihren Kolleginnen und Kollegen, Medienkompetenz sowie kommunikative und kooperative Kompetenzen an der eigenen Schule weiterzuentwickeln. Unterstützt werden sie über das Netzwerk Medienberatung von medienpädagogischen Beraterinnen und Beratern des Landes Niedersachsen.

Die Fortbildung basiert auf drei Säulen:

1. Unterrichts- und Schulentwicklung:
Die Teilnehmer planen ein Projekt, das sich mit dem Lernen mit und über digitale Medien an der eigenen Schule befasst, und führen dieses durch.

2. Kommunikation und Kooperation:
Die zukünftigen Multiplikatoren vertiefen und erweitern in Seminaren ihre Kommunikations- und Kooperationsfähigkeiten und sind Ansprechpartner für ihre Kollegen, um das Lernen mit digitalen Medien an der eigenen Schule zu fördern.

3. Unterricht mit digitalen Medien:
Durch weitere Seminaren können die Teilnehmer den bewussten und kompetenten Einsatz digitaler Medien im schulischen Bildungsprozess verwirklichen.

Das ursprünglich auf amerikanische Bedürfnisse zugeschnittene Peer Coaching ist in den vergangenen Jahren vollständig auf niedersächsische Schulverhältnisse angepasst worden. Bestärkt von den positiven Rückmeldungen bildet Peer Coaching mittlerweile einen festen Bestandteil der medienpädagogischen Beratung in Niedersachsen. Informationen über die Seminarreihe können über die medienpädagogischen Beraterinnen und Berater oder direkt beim Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung angefordert werden.

Beispiel: Die Bodelschwingh-Schule in Wiesbaden

Die Friedrich von Bodelschwingh-Schule in Wiesbaden hat als Förderschule für körperliche und motorische Entwicklung eine lange digitale Bildungstradition. Am Anfang waren es Kommunikationshilfsmittel wie Sprachcomputer. Mittlerweile ist jedes Klassenzimmer mit interaktiven Whiteboards, mobilen PCs oder Tablets ausgestattet. Allein vier Kollegen kümmern sich um die IT-Betreuung. Es gibt eine gut entwickelte Fortbildungskultur. Eng damit verknüpft ist das Engagement von Lothar Spies. Der Förderschullehrer kümmert sich nicht nur an der eigenen Schule um Fortbildungen zu digitalen Medien, sondern ist zugleich Fachberater für Medienbildung beim Staatlichen Schulamt Rhein-Taunus-Kreis/Wiesbaden.

Schulen wünschen sich individuelle und maßgeschneiderte Fortbildungsangebote

„Bei uns in der Region gibt es schon seit vielen Jahren eine große Digitalisierungsoffensive. Im Zuge dessen wurde die IT-Ausstattung der Wiesbadener Schulen den Bedürfnissen der unterschiedlichen Schulen angepasst und systematisch weiterentwickelt“,

sagt Lothar Spies. Inzwischen ist das Konzept der allgemeinen Grundlagenschulungen aufgegeben worden. Stattdessen wünschten sich die Schulen individuelle und maßgeschneiderte Fortbildungsangebote.

„Einfach nur eine Technologie vorzustellen, ist nur als Einstieg sinnvoll. Damit wecken wir nur kurzfristiges Interesse, schaffen aber keine Nachhaltigkeit für den Unterrichtsalltag“,
weiß Spies. Die meisten Fortbildungen finden mittlerweile in kleinen Gruppen statt und haben einen großen Praxisanteil mit hohem Nutzwert für den Schulalltag. In Projektteams werden neue Themen besprochen oder Unterrichtsprojekte für die einzelnen Fachgruppen geplant.

Fortbildung ist Dauerthema

Weiterbildung, das zeigt das Beispiel der Friedrich von Bodelschwingh-Schule in Wiesbaden, ist ein dauerhaftes Thema, das mit der reinen Einführung digitaler Bildungslösungen nicht abgeschlossen ist.

Fazit

Nur wer weiß, welche neuen Chancen digitale Medien bieten, und die Technik beherrscht, kann sie gewinnbringend und mit Spaß nutzen – und vor allem die Schülerinnen und Schülern in ihrer Lebenswelt abholen. Immer mehr Lehrerinnen und Lehrer sind offen, die neue Technik in ihrem Unterricht einzusetzen. Viele wissen allerdings nicht wie. Zahlreiche Aus- und Weiterbildungsangebote gibt es bereits. Doch sie sind weder übersichtlich noch selten standardisiert. Das fängt in der Grundausbildung an: In Deutschland hängt es sehr stark vom Curriculum und den jeweiligen Professoren ab, wie künftige Pädagoginnen und Pädagogen in digitalen Medien ausgebildet werden.

Lehrer vernetzen sich

Deshalb vernetzen sich immer mehr Lehrkräfte jenseits der etablierten Strukturen und arbeiten teilweise weltweit miteinander zusammen. Das Internet macht es möglich, dass sie Unterrichtsmethoden und neue Ideen austauschen und neue Lehrformen diskutieren. Das Netzwerk Digitale Bildung unterstützt sie bei ihrem Anliegen, die Zukunft des Lernens aktiv mitzugestalten. Das Netzwerk bringt Experten aus Theorie und Praxis zusammen und macht mit ihrem Wissen relevante Themen und Entwicklungen zugänglich – für Laien, Praktiker und Fachleute gleichermaßen.

Lebenslanges Lernen fängt bei jedem einzelnen an – doch ebenso gilt es für Schulen und Hochschulen, eine Fortbildungskultur zu etablieren, um Lebenslanges Lernen gelebte Realität werden zu lassen.

Anlaufstellen für Fortbildungen zur Digitalen Bildung:

  • Fortbildungsbeauftragte der Landesschulämter
  • Landesschulbehörden für Lehrerbildung
  • Medienzentren
  • Pädagogische Hochschulen vor Ort
  • Einrichtungen der großen Forschungsverbünde
  • Initiativen von Verbänden, Stiftungen und Unternehmen
  • zertifizierte Trainingscenter

Weiterführende Informationen

  • „Digitale Bildung“ – Ein Diskussionspapier, Kompetenzzentrum Öffentliche IT – Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme FOKUS (2016).
  • Chancen und Risiken digitaler Medien in der Schule. Medienpädagogische und -didaktische Perspektiven, Heike Schaumburg, Bertelsmann Stiftung (2015).
  • Der Methodenpool des Netzwerks Digitale Bildung bietet über 120 praxiserprobten Methoden – vom Kindergarten bis zur Hochschule.
  • Die aktuellen Links zu diesen Veröffentlichungen sowie weitere Informationen zu Lehr- und Lerninhalten sowie zu Training und Fortbildung finden Sie auf unserer Internetseite: www.netzwerk-digitale-bildung.de/linkliste
2018-09-20T12:39:18+00:00