Lernumgebung – Eine Idee entsteht Teil 3: Die Lernumgebung im Einsatz (Präsenzunterricht)

Ein Beitrag von Fabio Priano, Botschafter für Pädagogik

Einleitende Worte

Zum Verständnis sei zunächst angemerkt, dass ich aufgrund struktureller Maßnahmen den Klassenraum zu Beginn des neuen Schuljahres wechseln musste. Das hat zur Folge, dass sich auch die Lernumgebung teilweise verändert hat. Der wichtigste Unterschied ist, dass die beiden SMART Boards nicht mehr gegenüberliegend montiert werden konnten. Sie befinden sich nun nebeneinander. Generell bewerte ich eine gegenüberliegende Montage als deutlich vorteilhafter. Es lässt sich jedoch auch sehr gut mit zwei nebeneinanderliegenden Boards arbeiten. Ein großer Vorteil des neuen Raumes ist hingegen eine flächendeckende WLAN-Struktur.

Präsenzunterricht mit Hygienekonzept

Zu Beginn des Schuljahres 2020/2021 sind wir wieder mit allen Schülerinnen und Schülern in den Präsenzunterricht unter Auflage des Hygienekonzeptes gestartet. Dadurch ist es möglich gewesen, die Lernumgebung unter vollen Voraussetzungen einzuführen und zu testen. Dabei haben wir als Klassenteam zusammen mit den Schülerinnen und Schülern die Umgebung regelmäßig reflektiert. Dabei haben ihre Meinung und Einschätzung eine ebenso hohe Gewichtung wie die des pädagogischen Personals.

Entscheidend bei dieser Reflexion war und ist der Kerngedanke: „Die Umgebung muss für alle Schülerinnen und Schüler individuell und flexibel nutzbar sein, aber so, dass sie motorisch, sozial-emotional und kognitiv auch die jeweiligen Schüler mit den höchsten Förderbedarfen abholt und in meine Leitgedanken von Unterricht inkludiert.“

Die neue Lernumgebung in Bildern:

In den Planungsmodellen und Gestaltungsprozessen der Lernumgebung habe ich mir viele positive Effekte in unterschiedlichen Bereichen erhofft:

  • (Kognitive) Barrierefreiheit
  • Flexibilität
  • Kooperatives / Kollaboratives Lernen
  • Individualisiertes und differenziertes Lernen
  • Mediengestütztes Lernen
  • Selbstständigkeit
  • Teilhabe

Diese Effekte reflektiere ich anhand drei strukturgebender Elemente der Lernumgebung:

  • Die einzelnen Umgebungen in der Lernumgebung
  • Technische Ausstattung
  • Software / Tools

Generell soll die Lernumgebung ein hohes Maß an Selbststeuerung, Reflexion und Autonomie ermöglichen und zentrale Kompetenzen wie beispielsweise Kommunizieren, Kooperieren, Präsentieren, Problemlösen, Handeln, Reflektieren und so weiter fördern.

„Ich kann jetzt in jeder Ecke lernen“ (Mirco, Schüler 12 J.)

In der Lernumgebung werden unterschiedliche Bereiche ausgewiesen, die hochgradig flexibel nutzbar sein sollen. Die Umgebungen sollen prinzipiell für diverse Sozialformen nutzbar sein beziehungsweise nutzbar gemacht werden können. Dabei verfolgen die Bereiche unterschiedliche Schwerpunkte. Damit verbunden sind auch unterschiedliche Regeln in den Bereichen. Bei diesen Bereichen handelt es sich um vier Lernumgebungen:

  1. Kooperationsumgebung
  2. Relax- und Arbeitsumgebung
  3. Selbstlernumgebung
  4. Bewegungsumgebung

Die Schülerinnen und Schüler haben die Umgebungen sehr schnell für sich nutzen können. Eingeführt haben wir die Umgebungen in den ersten Wochen zunächst ohne die spezifischen Regeln. Ziel dahinter war es, dass die Schülerinnen und Schüler die Umgebungen frei und ohne Hemmungen ausprobieren sollten. Nachdem dieser Prozess abgeschlossen war, haben wir die Regeln besprochen und umgesetzt. In der Funktionalität der Umgebungen sehe ich persönlich einen großen Mehrwert. Durch sie wird der gesamte Raum zu einem umfassenden differenzierten Lernraum. Es gibt keine Ecke, in der Lernen nicht stattfinden kann. Sie ermöglichen für alle eine hohe Flexibilität. Es hat sich schnell gezeigt, dass sie die Umgebungen sehr individuell für sich nutzen können. Gegebenenfalls verändern sie die Umgebungen punktuell oder sie nehmen sich digitale oder analoge Hilfsmittel hinzu.

„Ich muss erst überlegen, wo ich die Aufgabe am besten bearbeiten kann.“ (Lea, Schülerin 13 J.)

Die gesteigerte Flexibilität und die Barrierefreiheit haben auch Auswirkungen auf das individualisierte und differenzierte Lernen. Besonders offene Lernsettings wie Wochenplanarbeit oder Stationenlernen profitieren von den Umgebungen. Die Schülerinnen und Schüler haben verstanden, dass die Umgebungen ihnen unterschiedliche Vor- und Nachteile im Hinblick auf verschiedene Aufgabenformate bieten. Sie wählen zunehmend die Umgebung danach aus. Dabei war und ist eine permanente Reflexion mit den Schülerinnen und Schülern wichtig, da dies besonders zu Beginn nicht selbstverständlich war. Anfangs ging es darum, den „gemütlichsten“ Platz zu wählen. Anschließend haben sie teilweise versucht, die Aufgabenbearbeitung zu „erzwingen“.

Als Beispiel bietet sich hier ganz besonders der Relax- und Arbeitsumgebung mit den gemütlichen Sitzsäcken an. Das sind sehr beliebte Plätze. Diese Umgebung setzt aber voraus, dass ich wenig Hilfe bei der Bearbeitung der Aufgaben brauche, da ich in dieser Umgebung keine Hilfe bekomme. Weiter erlaubt sie ausschließlich Einzelarbeit. Diese Prozesse mussten die Schülerinnen und Schüler nach und nach verstehen. So erfolgt die Individualisierung und Differenzierung der Aufgaben zwar im Schwerpunkt weiterhin durch die Lehrkraft, jedoch können und müssen die Schülerinnen und Schüler den Erfolg ihrer Bearbeitung durch ihre Entscheidungen begünstigen. Besonders auf diesen Prozess haben wir anfangs ein hohes Augenmerk in Einzelreflexionen und im Klassenrat gelegt. Mit Erfolg.

„Manchmal ist es besser wegzuschauen, um Selbstständigkeit zu fördern.“ (Priano, Lehrkraft)

An dieser Stelle spielt auch der Punkt Selbstständigkeit eine hervorgehobene Rolle. Schülerinnen und Schüler müssen selbstständig Entscheidungen treffen. Diese sind auch für Lehrpersonen nicht immer leicht auszuhalten. An dieser Stelle kann ich für mich reflektieren, dass es sinnvoll ist, wegzuschauen, Situationen auszuhalten und das Ergebnis abzuwarten. Es ist allerdings auch notwendig, einzugreifen und mit den Schülerinnen und Schülern zu reflektieren, wenn ihre Entscheidungen in die falsche Richtung ausschlagen. Generell bietet die Lernumgebung ein hohes Maß an Selbstständigkeit, verlangt auf der anderen Seite aber auch ein hohes Maß an Selbstbestimmung und Verantwortung. Schwierigkeiten sind dabei besonders anfangs einzuplanen. Generell reflektieren sowohl Schülerinnen und Schüler als auch Lehrpersonen dahingehend sehr positive Effekte.

Ein Wandel von schülerbezogenem Arbeiten hin zu funktionalem Arbeiten, ausgerichtet an den Bedürfnissen aller Schülerinnen und Schüler war eine Leitidee der Lernumgebung. Das hat sich nach bisherigen Erfahrungen als deutlicher Mehrwert erwiesen. Die Umgebungen bedienen die individualisierten Lernvoraussetzungen. Sie bedienen aber auch unterschiedliche Lernmethoden (offene Lernsettings, Frontalunterricht, Einzelarbeit, Partner- und Gruppenarbeit, Bewegtes Lernen, etc.) und unterschiedliche Unterrichtsphasen.

Eine ehrliche Reflexion verlangt auch immer ein „Wie geht es weiter?“. Mein Klassenteam und ich möchten die Selbstständigkeit der Schülerinnen und Schüler weiter steigern. Ein Anfang ist gemacht, mehr aber auch noch nicht. Wir möchten die Schülerinnen und Schüler noch dahin bekommen, dass sie eigene Schlussfolgerungen aus ihren eignen Reflexionen ziehen ohne dass wir dabei leiten und unterstützen bzw. weniger eingreifen müssen. Das erhoffen wir uns aus den Erfahrungen, die die Schülerinnen und Schüler sammeln.

Reflexion der technischen Ausstattung

Unsere technische Ausstattung bewerte ich mit einer Ausnahme als hervorragend. Die Ausnahme betrifft die Qualität des Netzes. Das betrifft sowohl das WLAN-Netz als auch das kabelgebunden Netz. Die Geschwindigkeit ist, obwohl das Netz erst vor wenigen Jahren neu ausgebaut wurde, nicht immer ausreichend.

Aber nun zu den positiven Aspekten und dem riesigen Mehrwert unserer technischen Ausstattung, reflektiert und bewertet vor dem Hintergrund der Lernumgebung.

„Wir arbeiten fast immer mit beiden SMART Boards. Das macht auch viel Spaß.“ (Timo, Schüler 13 J.)

Die beiden SMART Boards MX368 Flatpanel mit IQ 86 bereichern unsere Arbeit im Alltag ungemein. Besonders die Entscheidung für die großen Displays bereuen wir nicht. Sie ermöglichen eine gute Visualisierung, sind sehr motivierend und vor allem von überall gut sichtbar. Wir nutzen sowohl das bordeigene System als auch den angeschlossenen PC sehr oft. Die Flatpanels werden in nahezu allen Unterrichtsphasen und Settings genutzt. Durch die beiden Boards haben wir beispielsweise in Plenumsphasen die Möglichkeit, einen Lerngegenstand (z.B. ein Bild, eine Grafik, etc.) zu präsentieren und gleichzeitig auf dem anderen Board Schüleräußerungen zu sammeln, sowohl digital kollaborativ als auch als Plenumsphase.

Weiter werden die Boards von den Schülerinnen und Schülern in offenen Lernsettings wie Stationenarbeit und Wochenplan sehr gerne genutzt. Sie bearbeiten zum Beispiel ihre Aufgaben in den Lernapps/Tools. Auch der Aspekt der digitalen Barrierefreiheit und Differenzierung kann mit den Boards gut umgesetzt werden. Es können zusätzliche Lerninhalte wie Videos angeboten werden. Hier bieten die Boards den Vorteil, dass ich schnell überblicken kann, was die Schülerinnen und Schüler sich nochmal anschauen beziehungsweise in welchem Punkt sie sich zusätzlich Hilfe holen. Das ermöglicht es, schnell mit ihnen ins Gespräch zu kommen und gezielte und konkrete Nachfragen zu stellen. An den Flatpanels können sie ebenfalls in verschiedenen Ausgangslagen (sitzen oder stehen) arbeiten. Weiter ist der Aufforderungscharakter dieser großen Boards sehr groß und beeinflusst die Motivation auf sehr positive Art und Weise.

„Das Arbeiten mit dem iPad finde ich gut. Ich kann ja nicht lesen. Aber damit kann ich auch die Aufgaben allein machen.“ (Dominik, Schüler 13 J.)

Der Mehrwert mobiler Endgeräte ist für mich unbestritten. Alle Aspekte, die ich für die Lernumgebung im Auge hatte, lassen sich durch dieses Medium mit einem großen Zugewinn umsetzen. An dieser Stelle möchte ich gerne den Fokus auf individualisiertes und differenziertes Lernen, mediengestütztes Lernen sowie Barrierefreiheit legen.

Die iPads ermöglichen mit Bedienungshilfen (Assistive Touch, Bildschirm sprechen, Tastensteuerung, etc.) eine große Steigerung der Selbstständigkeit. Dadurch erleichtern und erweitern sie das individualisierte Lernen. Ich kann Schülerinnen und Schülern, die beispielsweise nicht lesen können, gleiche Inhalte präsentieren wie denjenigen, die gut lesen können. Anschließend kann ich das Bearbeitungsniveau anpassen und differenzieren, so dass alle am gemeinsamen Gegenstand arbeiten und lernen können. Dadurch bieten die iPads insbesondere in Einzelarbeitsphasen und offenen Lernsettings einen sehr großen Mehrwert.

Der große Vorteil der iPads ist zudem ihre Flexibilität. Vor dem Hintergrund der neuen Lernumgebung bedeutet das, dass ich es überall in jeder Umgebung nutzen kann. Es hilft den Schülerinnen und Schülern zu jeder Zeit an jedem Ort. Die appbasierte Steuerung kommt den Schülerinnen und Schülern und ihrer Lebenswelt sehr entgegen. Sie bedienen das iPad sicher und lernen neue Bedienelemente (z.B. Vorlesefunktion) und Apps sehr schnell. Die iPad-Arbeit knüpft stark an das ihnen bekannte mediengestützte Handling (z.B. Smartphones) an. Vor dem Hintergrund der Barrierefreiheit kann an dieser Stelle reflektiert werden, dass dieses mobile Endgerät sowohl kognitive Barrieren auflöst als auch durch die leichte Bedienbarkeit generell barrierefrei ist. Das merken wir auch daran, wie sicher muskelschwache Schülerinnen und Schüler im Rollstuhl dieses Medium bedienen und welchen Mehrwert sie davon haben. Daher unterstützt dieses Medium den Gedanken der Lernumgebung immens.

„Ich lerne gerne mit den Videos. Das kann ich auch nochmal gucken und anhalten.“ (Andreas, Schüler 13 J.)

Ausgewählte Tools und Software sind fester Bestandteil des Unterrichts – dazu zählen Sofatutor, LearningApps, AntonApp, Worksheet Go und SMART Learning Suite Online. Wie das iPad sind sie in der gesamten Lernumgebung nutzbar und bieten einen Mehrwert in vielen Aspekten. Sofatutor nutzen wir primär zur Wissensvermittlung in der Methode InClass Flip (s. unten). Es erhöht die Selbstständigkeit und das individualisierte sowie differenzierte Lernen. Die Anwendung wird den Schülerinnen und Schülern positiv angenommen und viele von ihnen empfinden das Lernen mit den Videos als großen Mehrwert. Sie bewerten vor allem das Lernen im eigenen Tempo als sehr gewinnbringend. Einzelne haben damit noch Schwierigkeiten und müssen lernen, Videos nicht ausschließlich zu konsumieren, sondern sie als Lernmedium zu verstehen. Mit ihnen werden wir zeitnah intensiv an dieser Kompetenz arbeiten.

„Ich finde es toll, dass ich in der Software mein eigenes Konto habe. Da kann ich sehen, wie viel ich gearbeitet habe.“ (Tom, Schüler 12 J.)

Die LearningApps und AntonApp bieten den Schülerinnen und Schülern viele Aufgaben, die ihrem Lernniveau entsprechen. Sie können in ihrem Konto von mir bereitgestellte Aufgaben auswählen. Es steht ihnen aber auch frei, eigene Aufgaben auszuwählen. Das versuchen wir allerdings im Blick zu behalten. Besonders gewinnbringend ist die direkte Rückmeldung der Apps über den Lernerfolg. Eine Eigenschaft, die Selbstständigkeit fördert und damit das Konzept der Lernumgebung unterstützt.

„Mit Worksheet Go kann ich das Arbeitsblatt schnell und einfach mit einer digitalen Komponente erweitern.“ (Priano, Lehrkraft)

Worksheet Go bietet eine ideale Verknüpfung von analogem und digitalem Lernen. Erstellte Arbeitsblätter mit der Software Worksheet Crafter kann ich mit dieser App digitalisieren und damit differenzieren und individualisieren. Diese Inhalte werden dann entweder durch einen Code oder eines QR-Codes bereitgestellt. Generell kann ich klar reflektieren, dass diese Angebote das Lernen gewinnbringend erweitern und aufgrund der genannten Einsatzmöglichkeiten gut in das Konzept der Lernumgebung passen.

Digitales und Analoges Lernen soll in der Umgebung verknüpft werden

An dieser Stelle ist mir wichtig zu betonen, dass digitales Lernen aus meiner Sicht einen großen Mehrwert hat. Es geht aber darum, diesen Mehrwert einzuschätzen, zu bewerten und sinnvoll anzuwenden. Es soll hier nicht der Eindruck vermittelt werden, dass analoges Lernen nicht stattfindet oder digitales Lernen von mir per se als das bessere Lernmedium bewertet wird. Das Arbeitsblatt, Unterrichtsgespräche, Versuche, Experimente, Beobachtungen, Gruppenarbeiten, etc. werden in dieser Umgebung ebenso umgesetzt und eingesetzt. Digitale Werkzeuge ergänzen wie beschrieben diese Arbeitsprozesse allerdings in vielen Bereichen sehr sinnvoll.

Es geht mir dabei immer um die Fragen:

  1. Wo ist das digitale Werkzeug sinnvoll?
  2. Wo ist das analoge Werkzeug sinnvoll?
  3. Wo können wir digital und analog gewinnbringend verbinden?

Die technischen und räumlichen Voraussetzungen dieser Lernumgebungen ermöglichen es, analoges und digitales Lernen gut zu verbinden. Ich kann analoge Inhalte wie gewohnt präsentieren. Gleichzeitig kann ich Ergänzungen oder Erweiterungen, Zusatzmaterial und didaktische Reserven digital auf SMART Boards, PCs oder iPads präsentieren. Analoge Aufgabenstellungen können beispielsweise digital recherchiert werden. Die Wochen in der Praxis haben dabei die Idee bestätigt, dass das geplante Umgebungskonzept Selbstbestimmung und Kooperation fördern kann. Die Schülerinnen und Schüler nutzen die Verbindung von analog und digital in Zusammenhang mit der neuen geforderten Selbstständigkeit relativ sicher und gewinnbringend. Die Lernumgebung hilft uns, unsere didaktischen Leitgedanken mit der Verbindung von digitalen und analogen Medien weiterzuentwickeln.

InClass Flip als Vermittlungsmethode

Auch der InClass Flip verbindet digitales und analoges Lernen vor dem Hintergrund der erhöhten Selbstständigkeit und Selbstbestimmung. Die Schülerinnen und Schüler erarbeiten sich im Unterricht neue Inhalte und wiederholen bereits erlernte Inhalte selbstständig. Die Lernumgebung bietet hierfür sowohl in der räumlichen als auch in der technischen Ausstattung ideale Voraussetzungen. Die Schülerinnen und Schüler können diese Lernmethode auf dem iPad in jeder Umgebung nutzen oder an den SMART Boards bzw. dem PC. Anschließend bearbeiten sie digital oder analog ihre Aufgaben zu dem neuen Vermittlungsgegenstand. Bisher reflektieren wir diese Methode als sehr gewinnbringend. Viele haben auf Anhieb den Mehrwert für sich wahrgenommen und lernen gerne mit Hilfe der Lernvideos. Einige brauchen noch Unterstützung, die Videos als Wissensvermittlung zu verstehen. Dennoch waren die Einführung und Etablierung dieser neuen umfassenden Methode sehr schnell umsetzbar und sie konnte schnell auf andere Fächer ausgeweitet werden. Derzeit nutzen wir den InClass Flip in Mathe, Deutsch und Naturkunde.

„Wenn ich ein Video nicht sofort verstehe, dann sehe ich es mir noch mal an. Und ich kann ja auch noch Herrn Priano fragen.“ (Mehmet, Schüler 13 J.)

Diese Methode soll den Schülerinnen und Schülern ermöglichen, in ihrem Tempo zu lernen und gleichzeitig ihr eigenes Tempo zu steigern. Sie soll Self-Learning anbahnen und digitale Bildung vermitteln. Zusammen mit der Lernumgebung stehen sie vor der Herausforderung ihr eigenes Lernen zu organisieren. Dabei hat sich gezeigt, dass die Lernumgebung ihnen diese Möglichkeit gibt. Sie suchen sich sehr selbstständig eigene Lernorte und arrangieren ihr Lernen zunehmend sicherer. Auch die Verringerung von „Unterrichtsstress“ kann dadurch erzielt werden. Es herrscht bei dieser Methode eine entspannte Lernatmosphäre mit einem hohen Mehrwert hinsichtlich des Lernzuwachses. Die bisher ausgewählten Themen für diese Methode wurden gut aufgenommen. Die Schülerinnen und Schüler wissen aber auch, dass sie jederzeit Unterstützung bekommen können.

Ausblick

Zum jetzigen Zeitpunkt reflektieren wir als Klassenteam die Idee der Lernumgebung als sehr positiv. Der Mehrwert ist für diese Lerngruppe unbestreitbar und klar zu belegen. Auch die eigene Rolle ändert sich trotz der derzeitigen hohen Herausforderungen durch Corona wie gewünscht. Die Lehrperson wird mehr und mehr zum Lernbegleiter. Die Schülerinnen und Schüler übernehmen zunehmend Selbstverantwortung für ihr Lernen und genießen dieses Vertrauen. Die Reflexion fällt immer vor dem Hintergrund dieser Lerngruppe aus. Daraus kann noch nicht geschlossen werden, wie die Lernumgebung in anderen Klassen funktioniert. Es wäre spannend, das herauszufinden.

In dieser Lernumgebung wird konsequent daran weitergearbeitet, die Leitgedanken dieses Konzeptes umzusetzen. Dabei geht es in den nächsten Wochen und Monaten weiter darum, dass die SuS mehr und mehr Sicherheit und Selbstvertrauen gewinnen. Weiter wird es darum gehen, Tools zu etablieren, zu erweitern und ebenso neue Tools einzuführen.

Die Lernumgebung soll weiter in allen erdenklichen Unterrichtssettings erprobt und gewinnbringend eingesetzt werden. Dabei bleibt aus meiner Sicht entscheidend, dass vor allem die Schülerinnen und Schüler einen Mehrwert in der Teilhabe durch eine didaktisierte Lernumgebung sehen und für sich reflektieren.

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