Das „Netzwerk Digitale Bildung: Zukunft. Lernen!“ bietet eine Plattform zur Information, Diskussion und Vernetzung rund um das Thema Digitale Bildung in Deutschland. Es wendet sich an Akteure aus dem Bildungsbereich: an Lehrende aller Bildungseinrichtungen, Entscheider und Verantwortliche aus IT, Politik und Medienforschung. Dabei geht es um die Entwicklung und Verbreitung der Digitalen Bildung genau wie um den Austausch über Hindernisse und Vorbehalte. Das Netzwerk möchte eine breite Diskussion befördern, wie innovative Lernmethoden am besten angewendet und überall in Deutschland etabliert werden können. Bewusst ist das Netzwerk übergreifend angelegt und umfasst die Bereiche Schule, Hochschule und Beruflich Bildung.

Schulen hinken hinterher

Digitale Medien spielen im Alltag von Kindern und Jugendlichen eine wichtige Rolle. Im Rahmen der JIM-Studie 2017 (Jugend, Information, (Multi-) Media) des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest, wurden Zwölf- bis 19-Jährige in Deutschland neben der generellen Mediennutzung auch zu ihrem Medienumgang im Hinblick auf Hausaufgaben, Lernen und Schule befragt. Insgesamt verbringen Schülerinnen und Schüler im Alter von zwölf bis 19 Jahren nach eigener Schätzung durchschnittlich 97 Minuten an einem Wochentag mit ihren Hausaufgaben (mit und ohne Computer/Internet), Mädchen investieren mit 115 Minuten deutlich mehr Zeit als Jungen (80 Min.).

Betrachtet man hingegen den Einsatz digitaler Medien in der Schule, so sind bislang nur das Whiteboard (31 Prozent) und der Computer (22 Prozent) nennenswert im Schulalltag angekommen (Nutzung mindestens mehrmals pro Woche). Smartphones (13 Prozent), Laptops (9 Prozent) oder Tablets (4 Prozent) spielen keine große Rolle. Auch die weitere Betrachtung der Nutzung zumindest einmal im Monat bestätigt dieses Bild: Nur jeder zehnte Schüler nutzt im Zeitraum von vier Wochen einen Tablet in der Schule (11 Prozent), jeder Vierte ein Notebook (25 Prozent) und jeder Dritte ein Smartphone (31 Prozent). Nur Whiteboards (43 Prozent) und stationäre Computer (59 Prozent) kommen bei jedem zweiten Schüler monatlich zum Einsatz. Smartphones sind vielerorts verboten. Es besteht also reichlich Potenzial für den Einsatz digitaler Medien in der Bildung. Der DigitalPakt Schule soll dies nun ändern. Und das ist auch dringend nötig.

Die Bildungslandschaft ist in Deutschland sehr vielfältig. Und so unterschiedlich die technische Ausstattung und deren Qualität in den Bildungseinrichtungen sind, so verschieden ist auch der Umgang der Lehrenden mit den neuen Möglichkeiten der Digitalen Bildung. Während ein skeptischer Hochschullehrer vielleicht gerade erst seine Overheadmaterialien auf Powerpointfolien umgestellt hat, schöpft woanders eine Grundschullehrerin alle Möglichkeiten neuer Technik bereits voll aus: Sie lässt Kinder in sogenannten Collaborative Classrooms beim gemeinschaftlichen Arbeiten an Whiteboards selbstbestimmt und im eigenen Tempo lernen.

Lehrkräfte wünschen sich mehr Möglichkeiten

Dabei spiegelt die Realität nicht unbedingt das wider, was Lehrende sich wünschen. Laut einer Umfrage des IT-Branchenverbandes Bitkom unter Lehrkräften der Sekundarstufe 1stehen 95 Prozent der Lehrkräfte dem Einsatz elektronischer Medien im Unterricht „positiv“ oder „eher positiv“ gegenüber. Privat nutzen mehr von ihnen Notebook, PC, Smartphone und Tablet als der Durchschnitt der Bevölkerung. Jede sechste Lehrkraft bezeichnete sich sogar als Technik-Fan. Viele würden gern häufiger elektronische Medien im Unterricht einsetzen, bräuchten dafür nach eigenen Angaben aber mehr Fortbildungen.

Das Netzwerk Digitale Bildung informiert Lehrerinnen und Lehrer, wo und wie sie sich fortbilden können und stellt auf der Website eine Liste mit Angeboten bereit. Besonders hilfreich ist der umfangreiche Methodenpool mit mehr als 120 Ansätzen für den Unterricht: Lehrerinnen und Lehrer beschreiben hier ihre Erfahrungen mit interaktivem, kollaborativem Unterricht und stellen Methoden für besondere Projekte vor. Der Methodenpool lässt sich nach Kriterien wie Fächern, Altersgruppen oder Kompetenzen durchsuchen.

Heterogene Hochschullandschaft

Auch in Universitäten und Fachhochschulen sind die technische Ausstattung und der Einsatz digitaler Lernmethoden so heterogen wie die Hochschullandschaft selbst. Einige Einrichtungen gestalten einen großen Teil der Lehre bereits digital, Studierende nutzen E-Learning-Angebote und arbeiten mit digitalen Lernplattformen. Weitere Hochschulen öffnen ihre Angebote für ein breites Publikum in sogenannten Massive Open Online Courses (MOOC), die multimedial aufbereitete Lernstoffe frei verfügbar präsentieren. Parallel ist die technische Versorgung  anderer Hochschulen immer noch mangelhaft. Häufig fehlen Ressourcen für die Systemadministration. Wie intensiv Lehrende mit digitalen Medien arbeiten, bleibt oftmals ihrer persönlichen Entscheidung überlassen.

Berufliche Bildung mit unterschiedlichen Angeboten

Eine ähnliche Bandbreite lässt sich in der beruflichen Weiterbildung beobachten, wo einige Angebote bereits komplett digital verfügbar sind und den Lernenden ermöglichen, sich jederzeit sowie ortsunabhängig weiterzubilden, mit anderen zu verknüpfen und auszutauschen. Während einige Unternehmen Seminare und Trainings vollständig digital anbieten, gibt es andere, die ihre Fortbildung noch genauso organisieren wie vor zehn Jahren.

Ziele und Aktionen des Netzwerks Digitale Bildung

Das „Netzwerk Digitale Bildung: Zukunft. Lernen!“ möchte in einer Situation, in der sich die Digitale Bildung an verschiedenen Orten unterschiedlich schnell und intensiv entwickelt, einen Austausch anregen, von dem die Pioniere genauso wie Skeptiker profitieren können. Das Netzwerk ist kein fertiges Angebot, sondern lebt von der Beteiligung aller, die Anregungen und Ideen beisteuern.

Aktuell arbeiten verschiedene Akteure des Netzwerks an einem umfangreichen Thesenpapier für die Digitale Bildung, das in einem kollaborativen Prozess mit Interessierten diskutiert wird. Wegweiser, Leitfäden, Whitepaper sowie Checklisten für die IT-Anschaffung sind weitere Services des Netzwerks Digitale Bildung, das die jeweils Verantwortlichen in Bildungseinrichtungen unterstützt.

Auf der Internetseite www.netzwerk-digitale-bildung.de finden sich Hintergrundtexte sowie Diskussionsbeiträge über die notwendigen Voraussetzungen für Digitale Bildung. Ebenso werden dort Menschen vorgestellt, die Projekte im Bereich Digitale Bildung initiiert haben und vorantreiben. Das Netzwerk Digitale Bildung will aktuelle Themen zur Diskussion bringen und ihnen eine breitere Öffentlichkeit verschaffen. Auch über den Twitteraccount @ZukunftLernen können sich Interessierte über Neuigkeiten zur Digitalen Bildung und Beiträge dazu in den Medien auf dem Laufenden halten.

Das „Netzwerk Digitale Bildung: Zukunft. Lernen!“ vermittelt Informationen, ermöglich den Austausch und schafft Orientierung über die jeweils aktuellen und relevanten Entwicklungen im Bereich Digitalisierung und Bildung. Es greift zentrale Debatten auf und ordnet sie ein. Das Netzwerk richtet sich mit seinem Angebot an Praktiker, Theoretiker und Entscheider. Interessierte, die in Schulen, Hochschulen, Politik und Wirtschaft mit dem Thema Digitale Bildung beschäftigt sind, finden neben Informationen auch Checklisten, Hinweise und Best-Practice-Beispiele. Mit der Community für Experten stellt das Netzwerk Digitale Bildung relevante Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner aus verschiedenen Bereichen vor und präsentiert ihre Beiträge.

Das Netzwerk Digitale Bildung wird von verschiedenen Partnern aus der Wirtschaft gefördert. Unabhängige Kooperationspartner entwickeln die Inhalte für die Plattform. Das Netzwerk steht für weitere Förderer und Kooperationspartner offen.

Weitere Informationen: www.netzwerk-digitale-bildung.de

Ihre Ansprechpartnerin:

Netzwerk Digitale Bildung

Edith Laga

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