Weil alle ein Recht auf gute Bildung haben!

Lesezeit: 4 Minuten

Die Schulen öffnen wieder, doch die Nachwirkungen der Schulschließungen werden noch lange zu spüren sein. Deshalb sollten wir alle die kommenden Herausforderungen beherzt angehen und nach dem Leitsatz handeln: Die Schülerinnen und Schüler und ihre Bedürfnisse in den Mittelpunkt stellen.

Wir halten die Idee einer Übergangsbegleitung für einen richtigen und wichtigen Schritt. In Hamburg wird ein ähnliches Konzept schon länger praktiziert, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein machen sich auf den Weg.

Deshalb haben wir einen Aufruf verfasst, mit dem wir alle Bundesländer ermutigen wollen, diesen Schritt zu gehen und wir hoffen, dass sich diesem viele anschließen.

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Bildungskluft verhindern!
Übergangsbegleitung für Vorschul- und Grundschulkinder!
Übergangsbegleitung für Schülerinnen und Schüler, die in Sekundarstufe I, insbesondere in die Haupt-, Mittel-, und Realschulen, übertreten!
DigitalPakt Schule umsetzen – jetzt!

Besonders jetzt ist es wichtig, die Kleinsten, die gerade mit der Schule beginnen, zu stärken! Und diejenigen Schülerinnen und Schüler, die vor einem wichtigen Übertritt stehen, weiter zu motivieren und zu begleiten. In diesem doch sehr herausfordernden Schuljahr wollen wir sicherstellen, dass sie gute Bedingungen vorfinden, um kognitive und soziale Kompetenzen zu entwickeln, die sie für ihre Entwicklung brauchen. Auch Inklusionsschülerinnen und -schüler und diejenigen, die mehr Förderung und pädagogische Aufmerksamkeit benötigen als starke Lernende gilt es, in den Blick zu nehmen.  

Das Recht auf Bildung ausfüllen bedeutet, gerechte Chancen zu gewährleisten. Zwei wesentliche Schritte hin zu mehr Chancengerechtigkeit in diesen schwierigen Zeiten wollen wir hier aufzeigen.

Schritt 1:
Übergangsbegleitungen für Vorschul- und Grundschulkinder der ersten Klassen sowie für Schülerinnen und Schüler, die in die Sekundarstufe I, insbesondere in die Haupt-, Mittel-, und Realschulen übertreten.

Bereits im Kindergarten erwerben die Kinder wichtige Fähigkeiten und Kompetenzen, um später in der Schule zu bestehen: Sie erfahren eine Tagesstruktur mit festen Ritualen, lernen aufmerksam zu sein oder sich über einen längeren Zeitraum konzentriert und still zu verhalten. Sie trainieren ihre motorischen Fertigkeiten und lernen im sozialen Miteinander gemeinsame Aktivitäten zu meistern. Diese Fähigkeiten und Kompetenzen fehlen den Kindern, die aufgrund des ersten Lockdowns schon aus dem vergangenen Kindergartenjahr große Lücken mitbringen und die nunmehr wieder seit fast einem halben Jahr nicht mehr im Kindergarten waren.

Vor einer sehr ähnlichen Herausforderung stehen die Schülerinnen und Schüler, die von der Grundschule in die Sekundarstufe I, insbesondere in Haupt-, Mittel- oder Realschulen, wechseln. Die Lücken im Präsenzunterricht und der einseitige Blick auf den Übertritt haben dazu geführt, dass sehr viele von ihnen den Anschluss verloren haben. Sie sammeln sich im Herbst in den neuen fünften Klassen. Dieses Sammelbecken von oft entmutigten, an sich zweifelnden Schülerinnen und Schülern, mit heuer besonders großen kognitiven Lücken, bedarf einer zusätzlichen Unterstützung.

Diese ganz besondere Ausgangssituation verlangt nach besonderen Maßnahmen: Übergangsbegleitungen, welche die Schülerinnen und Schüler begleiten, die Lehrkräfte unterstützen und dadurch mithelfen, dass Lücken frühzeitig erkannt und gemeinsam rasch geschlossen werden. Diese wichtige Aufgabe könnten z.B. Erzieherinnen und Erzieher, Kindergärtnerinnen und Kindergärtner aber auch Lehramtsstudierende erfüllen. Als Übergangsbegleitungen können sie die weitere Schullaufbahn positiv mitgestalten.

Deshalb fordern wir Übergangsbegleitungen einzurichten: für die Vorschul- und die Grundschulkinder der ersten Klassen sowie für diejenigen, die in die Sekundarstufe I, insbesondere in die Haupt-, Mittel- und Realschulen, übertreten. Und das Engagement der Menschen, die dies leisten, entsprechend anzuerkennen.

 

Schritt 2:
Digitale Bildung vom ersten Schultag an!

Chancengerechtigkeit in der Bildung heißt auch, Lernunterschiede auszugleichen. Mit Hilfe digitaler Lernwerkzeuge ist dies vor allem in Pandemiezeiten leichter möglich als mit analogen. Außerdem schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe: Mit digitaler Bildung vom ersten Schultag an (ja, in der Grundschule!) entwickelt man Medienkompetenz und bildet die wichtigen Zukunftskompetenzen aus: Kollaboratives Lernen, Kreativität, Kommunikation und kritisches Denken. Die Ausstattung von Schulen mit Hilfe der Gelder aus dem DigitalPakt Schule mit großen interaktiven Flatpanels und pädagogischer Software ist hier ausschlaggebend.

Die Software hat dabei oft größeren Einfluss auf Lernerfolge als die eingesetzten Geräte. Dabei sind zwei Unterscheidungen wichtig. Zum einen ist es die Software, mit der die Flatpanels betrieben werden, zum anderen sind es die digitalen Lernprogramme. Bei den Panels ist entscheidend, dass deren Software geeignet ist, die technischen Möglichkeiten der Panels voll auszuschöpfen. Dies muss Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern möglich sein.

Gute, überlegt ausgewählte und systematisch eingesetzte pädagogische Lernsoftware eröffnet den Lehrkräften völlig neue unterrichtlich didaktische Möglichkeiten. Rasches Feedback, Lernen im eigenen Tempo, innere und äußere Differenzierungen, hohe anhaltende Motivation und rasche Verfügbarkeit: Das ist die digitale Dividende, von der Prof. Burow spricht. Wichtig ist dabei, dass die Software zum Unterrichtskonzept der Schule passt, sich auf wesentliche Dinge konzentriert und sowohl von Lehrkräften als auch von Schülerinnen und Schülern beherrscht werden.

Wir fordern: Die beschleunigte Umsetzung des DigitalPakt Schule und der Sofortprogramme und damit eng verbunden verpflichtende Fortbildungen für Lehrkräfte, in deren Mittelpunkt die Digitalisierung im Rahmen einer zukunftsorientierten Pädagogik steht.

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Dr. Sarah Henkelmann

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